„Ich habe bereits nach ihnen geschickt. Allein man scheint sie nicht finden zu können; sie sind wohl ausgegangen.“

„Schade. Aber Percy hat dann jedenfalls die Güte, ihnen meine Grüße und meinen Dank zu überbringen. Da ich später mehr Grund haben werde, ins Pensionat zu kommen, so werde ich sie, denk’ ich, auch einmal zu Hause treffen.“

„Es thut mir leid, Herr Marschall,“ sagte Percy, „daß Sie so schnell sich wieder entfernen wollen; ich hoffte, Frank noch etwas länger zu sehen.“

Frank ergriff abermals Percys Hand und drückte sie voll inniger Freude.

„Dieses Vergnügen will ich Euch beiden lassen,“ erwiderte der Vater lächelnd. „Seit Frank Dich auf der Straße kennen gelernt, plagte er mich Tag und Nacht mit der Bitte, ihn ins Pensionat zu schicken, bis ich es ihm zusagte.“

„O wie schön!“ rief Percy erfreut.

„Die Trennung von ihm fällt mir schwer; allein ich darf hoffen, daß sie zu seinem Besten gereichen wird. — Ich lege ihn,“ wandte er sich an den Rektor, „ganz in Ihre Hände. Religion hat er natürlich ebensowenig, wie ich; auch getauft ist er nicht.“

Hier war es Percy unmöglich, einen Ruf des Mitleides zu unterdrücken. Also dieser Knabe mit dem intelligenten Gesichtchen, ein Kind desselben Vaterlandes, war ein eigentliches Heidenkind, war fern vom Glücke des Christentums.

„Mein sehnlichster Wunsch ist nun, daß er katholisch wird, und zwar recht bald. Doch möchte ich ihm anderseits auch keinerlei Zwang anthun. Er hat sein Alter, ist ziemlich entwickelt und einigermaßen zu einer selbständigen Wahl befähigt.“

„Bist Du auch katholisch, Percy?“ fragte Frank mit altkluger Miene.