„Gut. Dann will ich mitgehen.“

Der Studiersaal bot heute einen sehr veränderten Anblick. Alle Pulte und Bänke waren entfernt. An den Wänden entlang standen Kisten von allen Formen und Gestalten in einer Reihe, große und sehr große und kleine und auch einige sehr kleine. Über einer jeden aber prangte auf einem Zettel, der am Getäfel der Wand befestigt war, der Name des glücklichen Besitzers.

Als unsere vier Freunde eintraten, herrschte bereits ein reges, um nicht zu sagen aufgeregtes Leben. Einige hatten ihre Namen noch nicht entdeckt. Andere knieten bereits vor dem aufgefundenen Schatzkasten und durchforschten ihn erwartungsvoll, um dann die einzelnen Geschenke von Vater und Mutter und Onkel und Großtante ihren Nachbarn zu zeigen. Einzelne standen vor ihrer Kiste und ergingen sich in Vermutungen, was wohl in ihrem dunkeln Schoße alles enthalten sein könne. Die meisten sprachen, entweder mit ihren Nachbarn, oder, wenn diese zu sehr beschäftigt waren, mit sich selbst. Die Wände mochten in diesen Stunden Ohren haben, manche unter den Zöglingen hatten keine.

Auch Percy, von Frank begleitet, hatte seine Kiste bald gefunden.

„O wie groß sie ist!“ rief Frank verwundert aus. „Sie ist ja die größte von allen.“

„Ja, weißt Du, ich habe auch sechs Schwestern,“ erklärte Percy, indem er den Deckel abhob, „und jede hat ihr besonderes Geschenk hineingelegt. Sie sind so gut und haben mich ungemein gern.“

Die Kiste enthielt eine rechte Varietäten-Sammlung: Schöne Bücher in Prachtband, Glückwunschkarten mit den wunderlichsten Figuren, Handschuhe aus Wolle und aus dem feinsten Leder, eine Mütze aus Seehundsfell, Krawatten der verschiedensten Art, goldene Manschettenknöpfe, etliche Schachteln mit Zuckerwerk, der für ein amerikanisches Weihnachten unentbehrliche Truthahn, dann Kuchen, Nüsse — Herz, was verlangst Du mehr!

Franks Augen gingen immer weiter auf, je mehr Reichtümer aus der Kiste zum Vorschein kamen. Allein daß alles für Percy sei, entzückte ihn nicht weniger, als wenn er selbst der Beschenkte gewesen wäre. Zuweilen vergaß er gar sein altkluges Wesen und tanzte vor Freude umher.

„Sieh doch einmal hier, Frank! Ich habe mir gleich gedacht, es wäre für Dich etwas darin.“

Er nahm ein schönes Paar wollener Handschuhe, faßte Frank bei den Schultern und begann sie ihm anzuziehen. Der Kleine sträubte sich aus Leibeskräften.