„Und ich,“ nahm Donnel das Wort, „überlasse ihm meinen Puter. Ich will aber selbst auch keinen Hunger leiden; deshalb bin ich so frei, Georg, von dem Deinen mitzuessen.“
Bevor noch die einzelnen ihre Beiträge bestimmt hatten, brachte Tom bereits eine Kiste herein, die sich bald mit Büchern, Spielzeug, Äpfeln, Kuchen und Ähnlichem füllte. Donnel unternahm es noch, alles mit Sorgfalt einzupacken, damit der fromme Betrug nicht so leicht entdeckt werde.
Um zehn Uhr hörte Fränkchen von P. Scott, den die Verschworenen ins Vertrauen gezogen hatten, es sei auch für ihn etwas da. Hui! wie er da die Treppe hinaufflog und im Saale herumlugte, um seinen Namen zu erblicken! Dann machte er bei seinen Freunden die Runde und bat sie, doch auch von ihm etwas anzunehmen. Zuweilen zwang er ihnen förmlich etwas von dem auf, was sie ihm selbst gegeben hatten.
Der schöne Tag verfloß in ungetrübter Heiterkeit. Am Abende vereinigte ein Weihnachtsdrama das ganze Haus in der großen Aula.
Dieses Schauspiel wurde durch Frank um einen ‚Auftritt‘ bereichert. Er hatte nämlich in dem kleinen Ort noch nie eine dramatische Aufführung zu sehen bekommen und faßte daher alles, was auf der Bühne vor sich ging, als echte Wirklichkeit auf. Als nun einer der Spielenden, der einen glaubenslosen Geldmenschen darzustellen hatte, in die Worte ausbrach: ‚Weihnachten — Humbug!‘ da konnte Frank seinen Unwillen nicht beherrschen. Er sprang auf die Bank, stampfte mit dem Fuße, erhob drohend die kleine Faust gegen die Bühne und rief voll Entrüstung laut aus:
„Das ist gelogen, Du dummer Kerl! gelogen! Du bist ein ...“
Tom hatte ihn schon gefaßt, hielt ihm den Mund zu und setzte ihn auf den Boden. Während der großen Heiterkeit, die dieser ‚Auftritt‘ verursachte, wurde ihm dann in der Eile so viel erklärt, daß er sich zufrieden gab und gegen die Fortsetzung des Stückes keine Einrede mehr erhob.
Am Abende kniete Frank, bevor er sich auskleidete, erst noch an seinem Bette nieder, legte das Bildchen, das er von Percy erhalten, vor sich und begann andächtig zu beten. Als nach einiger Zeit P. Middleton die Runde machte, sah er ihn noch unbeweglich knieen. Er näherte sich und gewahrte, daß der Kleine, ermüdet von den Freuden und Gemütsbewegungen dieses Tages, friedlich eingeschlummert war, die Lippen auf das Bild des Kindes von Bethlehem gedrückt.