31. Kapitel.
Ein junger Schlittschuhmeister.
In unschuldiger Fröhlichkeit vergingen die freien Tage leider nur zu schnell, und ehe man sich’s versah, waren Pensa und Schulstunden wieder in ihre Rechte eingetreten.
Fränkchen hatte sich unterdessen durch keine Zerstreuung abhalten lassen, zur rechten wie zur unrechten Zeit ‚Religion anzunehmen‘. Schon sechs Tage nach seiner Ankunft überraschte er den Rektor mit dem ernsthaften Ansinnen, ihn zu taufen, und verlor beinahe die Fassung, als ihm die Bitte nicht auf der Stelle gewährt wurde. Er mußte sich mit der Zusicherung begnügen, daß er getauft werden solle, sobald er den Katechismus hinreichend verstanden habe.
Von jetzt an blieb aber erst recht kein Augenblick unbenützt. Mit dem besten Erfolge sorgte er, daß P. Scott und P. Middleton sich zur Zeit der Erholung nicht einsam fühlten. Kaum sah er den einen oder andern von ihnen allein, so war er auch schon bei ihm wie ein lebendiges Fragezeichen, und brachte ein Bedenken nach dem andern vor. Er war schwer zu befriedigen. Nach manchem Satze, den ein Durchschnittsjunge ohne weiteres als wahr angenommen hätte, war sein gewöhnliches Wort: „Wie beweist man das?“ Was er begehrte, war ‚die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts anderes als die Wahrheit.‘
Die Fortschritte, die er machte, waren auch geradezu erstaunlich. Wenn trotzdem seine Taufe immer noch verschoben wurde, so war das einzig eine Maßregel der Klugheit und sollte keineswegs andeuten, daß man sein Wissen für unzureichend halte.
Der nächste freie Tag bot Percy dann auch die Gelegenheit, unter Franks Leitung seine ersten Versuche im Schlittschuhlaufen zu machen.
Percy war im Waschsaal und suchte nach seinen Schlittschuhen. Da kam Tom herein und rief eilig:
„Ist es wahr, Percy, daß Du heute mitgehst?“
„Freilich. Ich bin gleich fertig.“