Der Unglückliche lauschte aufmerksam.

Mit jeder Sekunde nahm die Blässe seines Gesichtes zu. Schon standen Schweißtropfen auf seiner Stirne.

„Glauben Sie wirklich, Gott könne mir vergeben?“

„O gewiß! Und er wird Ihnen vergeben. Er hegt schon deshalb ein so großes Mitleid mit Ihnen, weil Sie ja sterben wie er, unter freiem Himmel und von aller Welt verlassen.“

„O könnte ich nur bereuen! Aber es ist zu spät.“

Langsamer und beschwerlicher wurde das Atemholen. Dichter und rascher fiel der Schnee.

Percy aber überkam es wie ein Gefühl der Ehrfurcht, daß die unsterbliche Seele eines Mitmenschen in seine Hände gelegt sei; doch mit seiner Besorgnis wuchs auch das zuversichtliche Vertrauen, Gott werde sich wirklich seiner bedienen, um diese arme, verstoßene Kreatur in die Gesellschaft der Heiligen eingehen zu lassen.

Vor der Hand freilich wußte er nicht, was er thun oder sagen solle; er überlegte betend. Da erhellte sich plötzlich sein Gesicht. Er griff in die Tasche, und ein kleines, silbernes Kruzifix, das Weihnachtsgeschenk von einer seiner Schwestern, kam zum Vorschein.

„Küssen Sie das, mein Freund, zur Erinnerung an die Liebe unseres Erlösers, der für Sie am Kreuze gestorben ist.“

„Ich wage es nicht,“ seufzte der Arme und schauderte. „O mein Gott, ich bin so böse, ich bin durch und durch verdorben. Ich bin nicht wert, bei einem so braven Kinde zu sein. Gehen Sie weg von mir! Ich bin verflucht. Gehen Sie weg, daß ich Sie nicht mit in die Hölle reiße.“