Statt aller Antwort erhob Percy das Haupt des Sterbenden und drückte einen Kuß auf die erkaltende Stirne. „O mein Gott,“ flehte er dabei im Herzen, „habe Erbarmen mit ihm!“
Dieser Liebesakt vollendete das Werk der Gnade. Was dem Unglücklichen noch fehlte, die Hoffnung und Zuversicht, bei Gott Verzeihung zu finden, begann jetzt in seiner gequälten Seele zu erwachen.
„Wenn Sie schon so gütig sind,“ sprach er bewegt, „dann muß auch Gott überaus gütig sein.“
„O ja, ja!“ versicherte Percy erfreut; „er ist unermeßlich gütig.“
„Aber er weiß auch“ — ein Anfall von Kraftlosigkeit zwang den Sprechenden wieder zu einer Pause — „er weiß auch alle meine Sünden, die Ihnen unbekannt sind.“
„Mein lieber Mann, wären Ihre Sünden noch tausendmal größer, als sie sind, er würde sie Ihnen doch verzeihen und würde Sie mehr lieben, als er Sie jemals geliebt hat in Ihrem ganzen Leben.“
Da bewegten sich die Lippen des Sterbenden, aber Percy verstand ihn nicht; er röchelte sehr stark. Als er sich jedoch niederbeugte, vernahm er deutlich das Wort ‚Kruzifix‘.
Hocherfreut hielt er es ihm an die Lippen und sah, daß der Mann es inbrünstig küßte.
„Gott sei Dank!“ flüsterte Percy. — „Jetzt, mein Freund, versöhnen Sie sich ganz mit Gott, damit Sie Ihre Gattin und Ihr liebes Kind im Himmel wiedersehen. Erwecken Sie vollkommene Reue über Ihre Sünden. Soll ich Ihnen dazu helfen?“
Der Mann nickte.