Auch sie erkannten in ihm sogleich einen Zögling des Pensionates, und Tom sah schon voraus, was kommen werde. Der Kleinere warf die Schlittschuhe, die er trug, auf der Stelle zu Boden und fing trotz der Kälte an, seinen Rock auszuziehen: die Vorbereitung zu einem Faustkampfe.
„Eine nette Geschichte!“ dachte Tom. „Ich soll dran, und ich bin doch gar nicht in der Verfassung, mich mit diesen Kerlen zu balgen. Ausreißen kann ich nicht; dann liefen sie mir nach und Kracher hätte mich bald eingeholt. Hätte ich nur einen rechtschaffenen Knüppel; dann wollte ich sie schon Mores lehren!“
Unmittelbar vor den beiden ging er langsamer, um ruhiger atmen und sprechen zu können. Allein der Altere überhob ihn der Mühe, das Gespräch zu eröffnen.
„Nach solchen Kinderchen wie Du sind wir gerade ausgegangen,“ sagte er.
„Komm’ her, Du Pensionatsknäblein!“ rief der andere. „Komm’ her, und zeig’ mal, was Du kannst! Vorwärts! mach’ Dich bereit!“ Dabei führte er eine Art Kriegstanz vor Tom auf, um diesem zu beweisen, wie mutig er sei.
Tom ergötzte dies dergestalt, daß er für einen Augenblick seine wichtige Sendung vergaß. Ein vergnügtes Zwinkern spielte um seine Augen, und die Gesichtsmuskeln zuckten ihm so stark, daß er nach seinem eigenen Geständnis und Ausdruck, es nur mit Mühe fertig brachte, sein „Schmunzeln nicht loszulassen“.
Dick gewahrte das, hielt es aber für Furcht; er ließ deshalb seiner ungeschliffenen Beredsamkeit vollends die Zügel schießen und erging sich in Ausdrücken der Verachtung, die hier nicht wiederzugeben sind.
Anfangs steigerte sich Toms Vergnügen nur noch. Plötzlich aber wurde sein Gesicht sehr ernst; denn der Schnee begann zu fallen, und erinnerte ihn an Percy und den Sterbenden.
„Hört,“ sprach er mit großer Ruhe und Freundlichkeit, „ich bin nicht auf einen Kampf gefaßt. Dort hinten liegt ein Mann, ein ....“
„Schwindel!“ rief Kracher. „Ob Du gefaßt bist oder nicht, das ist uns egal. Du nimmst es mit Dick auf! der ist nicht größer als Du. Sonst prügle ich Dich, bis Du nicht mehr weißt, wo Deine Knochen sind.“