„Davon kommt dein ganzes Unwohlsein, Percy; es vergeht von selbst wieder, wenn Du Dich nur einen oder zwei Tage ruhig hältst. Heute scheint es nun außergewöhnlich stark zu sein. Deshalb will ich Dir dieses Mal erlauben, noch etwas zu schlafen. Geh’ nur wieder hinauf und leg’ Dich zu Bett; Tom Playfair soll Dich wecken, wenn es Zeit ist.“

„Ich danke Ihnen sehr, Pater. Ich bin so müde, ich glaube, ich könnte eine ganze Woche schlafen. — Pater, ist das wirklich wahr, was alle Zöglinge sagen, daß ich aussehe wie ein Mädchen?“

„In einigen Punkten ja,“ erwiderte der Pater, den die unerwartete, seltsame Frage überrumpelt hatte.

„Das habe ich mir auch gedacht,“ sprach Percy, durch die Antwort keineswegs betroffen. „Tom Playfair sagt es ebenfalls, und er ist doch so gut gegen mich. Ist es denn wirklich etwas so Sonderbares, wie ein Mädchen auszusehen?“

„Darüber hab’ ich noch nicht nachgedacht,“ antwortete der Pater lächelnd. „Freilich, wenn einer nicht anders kann, so darf man es ihm nicht übel nehmen.“

„Aber Sie scheinen es doch als weniger passend zu betrachten. Es kommt mir auch vor, Pater, als gaffte man mich immer an, gerade wie einen, der etwas sehr Auffallendes an sich hat. Muß ich vielleicht irgend etwas ablegen? Ich weiß nicht, was es wohl sein könnte. — Es ist mir sehr peinlich, begafft zu werden; Ihnen nicht auch, Pater?“

„Wie könnte mir das angenehm sein, Percy?“

P. Middleton merkte wohl, daß Percy hauptsächlich seines langen Haares wegen solches Aufsehen erregte; schon wollte er ihm raten, sich dieses weniger männlichen Schmuckes zu entledigen.

„Allein,“ dachte er, „vielleicht sind gerade diese goldenen Haare Gegenstand besonderer Freude und Sorgfalt für Mutter und Schwestern gewesen, und es dürfte dem guten Kinde jetzt noch recht schwer fallen, sie zu opfern. Später kommt wohl eine schicklichere Gelegenheit.“

So gab er denn zur Antwort: