Tom, für sein Alter sehr stark und gewandt, schlug um sich, was er nur konnte. Allein, obwohl die Drei manchen empfindlichen Puff zu fühlen bekamen, so hätte er ihren vereinten Kräften doch auf die Dauer nicht zu widerstehen vermocht.
Da kam unerwartet P. Scott mit ernster Miene die Treppe herab. Sofort war Tom frei, die drei Burschen aber wurden schamrot und zitterten wie Espenlaub ob der Dinge, die da kommen sollten. Der Pater sprach kein Wort. Langsam und ruhig stieg er noch die beiden untersten Stufen hinunter und trat vor sie hin, als suche er den Zusammenhang der Dinge ohne Frage zu ermitteln.
Tom erhob sich und schlug den Staub ein wenig von seinen Kleidern. Dann öffnete er die Thüre der Lederkammer und befreite den zitternden Granger.
„Da, Willy,“ sagte er mit dem gewöhnlichen Tone seiner Stimme, „nimm ein paar Datteln!“
P. Scott beobachtete alles. Aber bald verwandelte sich seine abwartende Miene in den Ausdruck nicht des Zornes, sondern der Trauer.
„Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen,“ sprach er, „so würde ich es nicht für möglich halten, daß Mauracher Zöglinge solche Gemeinheiten begehen können.“
Er hielt einen Augenblick inne. Diese einfachen, schmerzerfüllten Worte waren für die Schuldigen härter als die unsanfteste Anrede hätte sein können; nur Prescott schien sich nicht betroffen zu fühlen.
„Ich hätte nie gedacht, daß ich noch mit Knaben zusammenwohnen müßte, welche handeln wie Wilde. Jetzt geht Ihr Drei! Ich bin nicht in der Verfassung, die rechte Strafe für diese Roheit zu bestimmen. Morgen werde ich Euch wieder sprechen.“
„Sie wollen uns doch nicht roh nennen!“ versetzte Prescott frech.
„Wie ich Euch nenne, darauf kommt es nicht an, sondern darauf, wie Ihr Euch betragt. Und ein armes, hilfloses Kind in ein solches Loch einzusperren, das bringen nur rohe, ja wilde Jungen fertig.“