„Es wird schon merklich kälter,“ sprach Harry. „Es giebt eine frostige Nacht. Und wie schneidend kalt der Wind ist! Huuu — — denk’ nur, was wir zittern und beben würden, wenn wir in diesem linden Lüftchen fein ruhig zu liegen hätten. Und eine ganze Nacht durch! Da verginge es uns schon, am andern Tage auch nur ‚Guten Morgen‘ zu sagen!“

„Auch wenn sie uns kein Schnupftuch in den Mund gestopft hätten,“ ergänzte Tom.

Percy erzählte dann mit schwacher Stimme, wie es ihm gelungen, hinter den abscheulichen Plan zu kommen. Allein unterdessen wurden seine Schritte immer unsicherer, während zugleich hin und wieder ein Ausdruck des verhaltenen Schmerzes über sein Gesicht glitt.

Mittlerweile war es fast halbfünf geworden, und die Strecke, die sie zurückgelegt, betrug noch nicht ein Viertel des Heimweges.

„Percy,“ sprach Tom, als die Erzählung zu Ende war, „Du bist ja fast außer stande, weiter zu gehen. Wenn ich Dir doch meine Beine wenigstens für einige Zeit abtreten könnte! Die würden sich freuen, endlich einmal in anständige Gesellschaft zu kommen.“

„Sorge nicht um mich, Tom! Ich bin ja ganz wohl. Allerdings fühle ich mich etwas gelähmt, das ist wahr. Es kommt aber nur davon, daß ich im Laufen gar keine Übung habe.“

„Gut, Percy, deshalb wollen Harry und ich Dir von unsern Beinen soviel leihen, als sich machen läßt. — Harry, nimm Du seinen rechten Arm; ich fasse ihn beim linken. Wir können ja denken, wir wären Polizisten und sollten diesen Burschen auf die Wache bringen.“

„O, ich wollte nur, ich wäre ein Polizist!“ versicherte Harry. „Dann hätte ich bald Hilfe herbeigepfiffen. — Nein, doch nicht! Ich ließe niemand helfen, so lange ich selber noch einige Kräfte hätte.“

Von den Freunden unterstützt, ja fast getragen, ging Percy wieder ein Weilchen voran. Doch es entging ihren wachsamen Augen nicht, wie trotz ihrer Hilfe immer häufiger ein heftiger Schmerz seinen ganzen Körper erschütterte.

„Und alles das für mich und Harry!“ dachte Tom, während sich abermals seine Augen heimlich mit Thränen füllten. „Wenn wir nicht mehr für ihn thun, zieht sich der arme Junge noch einen ernsten Schaden zu. — Hätte er nur von der ganzen Verschwörung nichts gehört! Wir hätten uns vielleicht doch noch durchgeschlagen. Und wenn nicht — ich wollte lieber die ganze Nacht da liegen, als den guten Percy in diesem Zustande sehen!“