Die Zöglinge hatten den Speisesaal schon wieder verlassen und spielten auf dem Hofe.

P. Middleton ging jedoch nicht zu ihnen, sondern in sein Zimmer, und ließ Kenny zu sich rufen.

Nachdenklich setzte er sich an seinen Tisch, stützte den Kopf auf beide Hände und suchte nach dem Faden, der die Ereignisse dieses bewegten Tages verknüpfte.

„Was weiß ich nun eigentlich?“ sprach er zu sich selbst. „Heute Morgen platzt Tom mit diesen nämlichen Jungen zusammen — dann sehe ich die verdächtige Munkelei im Hofe — es muß sich um etwas ungewöhnlich Niedriges gehandelt haben, sonst hätte sich Skipper nicht von ihnen losgesagt, und Skipper war auch am Nachmittag nicht mit dabei — dann Percy mit seinem rätselhaften Unterfangen, das ihn nahezu ruiniert, — und zu welchem Zweck? damit die beiden nicht auf dem vorgehabten Wege heimkehren — ich treffe die Bande an einer Stelle, wo Playfair und Quip vorbeigekommen wären, wenn Percy sie nicht gewarnt hätte — man hat auf sie gelauert — aber was sollte ihnen wohl geschehen — und wer ist das eigentliche Haupt der Verschwörung — doch vielleicht erfahre ich das jetzt.“

Es klopfte.

„Herein!“

Kenny, totenblaß, betrat das Zimmer.

„Ah, da ist er! Das ist eine saubere Geschichte, Kenny. P. Scott hat Euch diesen Morgen Euer Betragen schon vorgerückt. Ich glaube aber, von der Wirklichkeit hatte er gar keine Ahnung. — Was kannst Du zu Deiner Verteidigung vorbringen?“

„Der Anschlag geht ganz gewiß nicht von mir aus, Pater,“ beteuerte Kenny, der mit Recht fürchtete, man werde ohne weiteres ihn in erster Linie verantwortlich machen. „Ich schäme mich fürchterlich, Pater, daß ich nachgab. Aber ich hatte nicht vorausgesehen, daß eine so schrecklich kalte Nacht folgen würde.“

„Oho, kalte Nacht!“ sprach der Präfekt zu sich selbst. „Playfair sollte also draußen die Nacht zubringen. Gar nicht übel, das! Aber wie?“ Mit lauter Stimme fuhr er fort: „Daran hättest Du aber denken müssen. Die beiden hätten sich ja eine schwere Krankheit zuziehen können!“