aber woran wir glauben. O Hase, liebes freundliches Tier, sanfter Wanderer, willst du dich unserm Glauben anschließen?“

Und solange Franziskus sprach, verhielten sich die Tiere still, sie lagen und saßen in den Zweigen, im Vertraun auf diese Worte, die sie nicht begriffen.

Nur der Hase, das Auge weit geöffnet, schien jetzt durch das Geräusch der Menschenlippen beunruhigt zu sein. Das eine Ohr nach vorn, das andere nach rückwärts gerichtet, war er unschlüssig, ob er fliehn solle oder bleiben.

Dies sah Franziskus. Er rupfte von der Wiese eine Handvoll Gras, reichte es dem Leichtfüßigen, und der folgte ihm nun.

Von dieser Nacht an blieben sie Gefährten.

Niemand vermochte ihnen zu schaden, denn der Glaube beschützte sie. Wenn Franz mit seinen Freunden halt machte, auf einem Dorfplatz, wo die Leute beim Gedudel einer Sackpfeife tanzten, dann, wenn die Ulmen zerfließen und auf den dunkeln Wirtshaustischen die Mädchen ihr Glas lachend in den Abendwind heben, bildete man einen Kreis um sie. Und das junge Volk mit Bogen oder Armbrust dachte nicht daran, Langohr zu töten, so verwunderte sie sein ruhiges Wandeln, so grausam erschien ihnen, ein armes Tier zu hintergehn, das ihnen sein Zutrauen zu Füßen legte. Sie hielten Franziskus für einen Fremden, dessen Gewerb es war, die Tiere zu zähmen, sie öffneten ihm

für die Nacht ihre Scheunen und reichten ihm Almosen, wofür er seinen Tieren ihre Lieblingsspeisen kaufte.

Auch fanden die Fahrenden mühlos ihren Unterhalt, denn der Herbst, durch den sie zogen, war freigebig, die Speicher bogen sich, man ließ sie auf den Maisfeldern Nachlese halten und teilnehmen an der Weinernte, mit den Gesängen bei Sonnenuntergang. Die blonden Mägde drückten Trauben an ihre lichtumspielten Brüste. Ihre Ellbogen leuchteten emporgehoben. Oben über dem blauen Dunkel der Kastanienhaine, in Ruhe, glitten fallende Sterne. Das Heidekraut in seinem Samt wurde schwärzer. Wie seufzten die Röcke ferne in den Laubgängen.

Jene schauten vor sich das Meer, ein Gemälde an der Himmelswand, und

die geneigten Segel, den weißen Sand mit seinen Flecken von den Schatten der Tamarisken, der Erdbeerbäume und der Pinien. Sie wanderten über heitere Matten, wo, herabgefallen aus der Unbeflecktheit des Schnees, die Sturzwässer zu Bächen werden, doch glitzernd die Erinnerung noch bewahren an den Spießglanz und die Firne.