„Gute Nacht! Was zum Henker meinen Sie? Gedenken Sie die Juwelen heute nacht zu stehlen, und kommen Sie, um mir das im vorhinein zu erzählen! So wahr mir Gott helfe, Sie werden ...“

Allan heftete einen Blick auf den alten Krieger, der ihn tatsächlich dazu brachte, Allans Arm loszulassen und mitten im Satze zu verstummen. Er starrte einen Augenblick um sich und sah dann Allan an.

„Was zum Teufel haben Sie gesagt?“ murmelte er undeutlich.

„Was ich Ihnen gesagt habe, Oberst Morrel, war, daß ich glaube, daß man heute nacht den Versuch zu machen gedenkt, die Juwelen zu stehlen. Sie hören, heute nacht? Vielleicht gerade jetzt, vielleicht in einer Stunde. Ich weiß es nicht bestimmt, aber ich glaube es. Interessiert Sie das genügend, um diesen Whisky zurückzuschicken?“

Der Oberst richtete sich heftig auf, aber senkte dann wieder den Blick.

„Nimm das weg, John,“ sagte er. „Heute abend nichts mehr! Kommen Sie herein, junger Mann.“

Er wies den Weg in sein Zimmer, ging in das Badezimmer und fuhr sich ein paarmal mit einem Schwamm über die Stirn. Dann kam er wieder zu Allan heraus.

„Rauchen Sie?“ sagte er „Nicht? Erzählen Sie mir, was Sie zu wissen glauben.“

Allan ging, so langsam und deutlich er konnte, die wenigen Tatsachen durch, auf die er seine Theorie stützte. Der Oberst hörte mit gerunzelter Stirne zu. Ein paarmal zeigten seine Augen, daß es ihm schwer fiel, die Gedanken zusammenzuhalten. Allan wiederholte, bis er glaubte, das Ganze klargelegt zu haben. Als er zum Schlusse gelangt war, schüttelte der Oberst den Kopf.

„Ich will Sie nicht beleidigen,“ sagte er. „Das habe ich wohl schon oft genug getan. Aber ... ist das Beweismaterial für Ihre Theorie nicht recht mager im Verhältnis zur Theorie selbst?“