Allan versuchte ihn mit schwedischer Bescheidenheit zu unterbrechen. Es dauerte noch lange, bis er diese Nacht ins Bett kam. Denn einerseits mußten alle von dem erschienenen Detektivinspektor Mr. Mc. Lowndes in aller Form verhört werden (nach welchem Verhör Herr van Schleeten die Heimfahrt in Gesellschaft eines Detektivs antreten durfte); andererseits wollte Oberst Morrel nicht zu Bett gehen, ohne seinen morgigen Katzenjammer durch eine Flasche Champagner mit Allan verschärft zu haben. Zu Ende dieser Flasche erklärte er ohne alle Einschränkungen, daß er seines Wissens noch nie einem Menschen begegnet war, auf dessen Stirn alle guten Eigenschaften sich ein so harmonisches Stelldichein gegeben hatten wie bei Allan.

* *
*

Allan wurde am nächsten Morgen gegen zehn Uhr in seiner Morgentoilette dadurch unterbrochen, daß Mr. Bowlby höchst unzeremoniös die Türe zu seinem Zimmer aufriß. Was er zu verkünden hatte, war nichts Geringeres, als daß Yussuf Khan und der alte Ali am selben Morgen gegen halb sieben Uhr im Viktoria-Park im East End in vollkommen bewußtlosem Zustand aufgefunden worden waren, jeder mit der aufgeklebten Etikette versehen: Abzugeben Grand Hotel Hermitage.

Allan hatte noch nicht zu Ende gefragt — Mr. Bowlby wußte übrigens kaum mehr als die Tatsache, die er vom Direktor erfahren hatte — und selbst noch nicht mehr erzählt als die Konturen der Ereignisse der Nacht, als eine neue Sensation über ihn hereinbrach. Noch immer von Mr. Bowlby begleitet, ging er in das Bankkontor des Hotels hinunter, um einige Pfund seines deponierten Geldes zu beheben.

Der junge Mann hinter dem Schalter starrte ihn einen Augenblick an und fragte ihn dann mit halb erschrockenem, halb mißtrauischem Gesichtsausdruck, ob er denn vergessen habe, daß er erst vor einer Stunde dagewesen war und sein ganzes Guthaben an der Kasse behoben hatte.

X
Die Nachwirkungen einer tollen Nacht auf Fürsten und Poeten

Allan starrte Mr. Bowlby an und Mr. Bowlby Allan. Dann gab er ein Expreßsignal von sich, das wie ein Schwert durch alle Stockwerke des Hotels ging und klang wie: Lebensgefahr, alle Bremsen anziehen, augenblicklich stoppen!

„Schon wieder Mirzl! By Jove!“

Endlich fand Allan die Stimme wieder und wendete sich an den Beamten. „Kann ich mit Ihrem Chef sprechen?“

„Im Augenblick bin ich allein hier, Sir, aber wenn Sie es wünschen, kann ich den Hoteldirektor anrufen. Ich sehe ja, daß da etwas nicht klappt, obwohl ich es nicht verstehe.“