Der alte Holländer erhob sich von der Chaiselongue, wankend wie ein Schwertrunkener. Der Oberst war nach der Flucht des Verbrechers plötzlich in einen Zustand der Lethargie versunken und starrte ratlos um sich. Allan mußte das ganze in die Hand nehmen.

„Wollen Sie dafür sorgen, daß wir etwas Kaffee heraufbekommen, Oberst Morrel!“ rief er. „Sie sehen, in welchem Zustande Herr van Schleeten sich befindet. Starker Kaffee, das ist das einzige, was ihn auf die Beine bringen kann.“

Der Oberst murmelte einem Mann von der schwarzen Leibwache einige Worte zu, und dieser stürzte davon; eine Minute später goß Herr van Schleeten mit Allans Hilfe eine Tasse dampfenden schwarzen Kaffee hinunter. Das erste, was er dann tat, war, sich aufzurichten und Allan anzustarren.

„Sie kenne ich,“ sagte er mit lallender Stimme. „Sie sind — Sie sind ein Verbrecher.“

„Mund halten, Kerl,“ schrie der Oberst, plötzlich aus seiner Betäubung erwachend. „Danken Sie Ihrem Schöpfer, daß dieser junge Mann gekommen ist! Sonst säßen Sie morgigen Tags hinter Schloß und Riegel.“

Herr van Schleeten starrte ihn mit stumpfen Blicken an.

„Aber ich sah ihn doch,“ murmelte er, „sah ihn doch auf einer Station — wie hieß sie nur? — ja — K—köln — und da wurde er arre—arretiert. Er hat n—nämlich —“

„Trinken Sie Ihren Kaffee aus, und halten Sie den Mund!“ brüllte der Oberst. „Und dann zur Kassette, und sagen Sie uns, wieviel fehlt!“

Es verging noch eine Weile, bis es Herrn van Schleeten gelang, diese drei Wünsche zu erfüllen. Die Untersuchung der Mahagonikassette nahm lange Zeit in Anspruch, eine Zeit, während der Allan unten war und einen verstörten Nachtportier an die Polizei telephonieren ließ. Aber als er wieder heraufkam, hatte er die Befriedigung, daß Oberst Morrel ihm entgegenstürmte; der Oberst packte seine beiden Hände, es schien nicht viel zu fehlen, und er hätte sie geküßt.

„Die Fassungen sind zu groß und hinderlich gewesen, und sie hat es zu eilig gehabt!“ schrie er. „Es ist möglich, daß eins der Diademe fehlt, aber mehr nicht. Darauf schwört der verdammte Holländer. Ganz richtig, diese kleine listige Hexe von einer Abenteuerin hat ihn bestrickt, und ihr Streich wäre ihr gelungen, wenn nicht Sie —“