Der junge Bankbeamte warf einen scheuen Blick auf den Direktor und begann:
„Es war eben, als ich öffnete. Da kam ein Herr herein, der Ihnen aufs Haar ähnlich sah, Sir, und wendete sich an mich: ‚Wieviel habe ich doch hier deponiert?‘ ‚Ihr Name, Sir,‘ sagte ich der Form wegen, denn ich erkannte Sie ja ganz gut, Sir. ‚Am besten, ich buchstabiere ihn Ihnen vor,‘ sagte er und lächelte. ‚Allan K—r—a—g—h. Schwer, den Namen auszusprechen.‘ ‚All right, Sir,‘ sagte ich und schlug im Buche nach. ‚Sie haben etwas über fünftausend schwedische Kronen deponiert — dreihundert englische Pfund.‘ ‚Es ist gut, ich nehme sie heraus,‘ sagte er, ‚geben Sie mir eine Quittung, dann werde ich unterzeichnen.‘ ‚Sie haben den Depotschein, den Sie seiner Zeit bekamen, nicht bei sich, Sir?‘ fragte ich. Er suchte in seinen Taschen. ‚Na aber! den muß ich in meinem anderen Anzug vergessen haben. Aber wenn ich einstweilen hier quittiere, kann ich ihn ja später bringen.‘ ‚All right, Sir,‘ sagte ich, denn ich dachte ja mit keinem Gedanken daran, daß es jemand anderes sein könnte, als Mr. Kragh. Und die Schrift war ...“
„Der Teufel soll das ganze holen!“ schrie der Direktor. „Ich werde schon bald ebenso verrückt, wie der Oberst. Journalisten, Einbruchsdiebe, andere Diebe, schwarze Regenten, die um sechs Uhr früh in öffentlichen Parks gefunden werden — man kann ja toll werden! Von heute an müssen die Leute sich einem Polizeiverhör unterziehen, bevor sie die Nase zur Türe meines Hotels hereinstecken dürfen!“
Mr. Bowlby fiel ihm ins Wort.
„Sie sollten ein bißchen dankbarer gegen meinen jungen Freund aus Schweden sein,“ sagte er. „Er hat nun schon zweimal die Diebstähle beim Maharadscha verhindert ...“
„Dann sollte er zum Teufel doch auch die Diebstähle bei sich selbst verhindern,“ rief der Direktor. „Dankbar! Gewiß bin ich dankbar. Wieviel hatten Sie doch in englischer Münze?“
„Fünftausendvierhundert in schwedischer — dreihundert englische Pfund,“ sagte Allan kurz. „Bitte, machen Sie sich keine Gedanken darüber, Herr Direktor. Aber ich muß um einen kleinen Aufschub bei der Rechnung bitten, nachdem Herr Mirzl meine ganze Reisekasse übernommen hat.“
Der Direktor schüttelte ihm die Hand.
„Aber, aber!“ rief er, „nehmen Sie es doch nicht übel. Mißverstehen Sie mich nicht. Natürlich ist das Hotel für deponiertes Geld verantwortlich. Aber die Umstände in diesem Falle sind solche, daß ich nicht auf eigene Hand entscheiden kann. Mißverstehen Sie mich nicht. Wenn Sie den Obersten drei Tage lang hinter sich her gehabt hätten, und heute morgen einen Schwarm von Journalisten, die Ihnen die Ohren vollschreien — bei Gott, da kommt der Oberst. Was ist denn schon wieder geschehen? Was für ein Verbrechen ist denn jetzt im Hotel verübt worden?“
Die Miene des Obersten war wirklich nicht so sonnig, daß der Direktor mit seinen Befürchtungen nicht recht haben konnte. Immerhin erwiesen sie sich als unbegründet.