Nun war es an Allan, einen anglosächsischen Ausdruck des Erstaunens hervorzustoßen. Gerade beim Eingang zum Hotelkorridor, im Gespräch mit dem breitschultrigen, bocksbärtigen Herrn, der, wie er wußte, der Direktor des großen Hotels war, stand kein anderer, als sein alter Bekannter aus dem Hamburger Bahnhof — der Mann mit der bordeauxfarbenen Raubvogelnase und dem borstigen, graugelben Schnurrbart. Der Direktor sprach überaus ehrerbietig zu ihm und schien Erklärungen abzugeben. Er zuckte unaufhörlich die Achseln, so als erzählte er etwas, wofür er jede Verantwortung ablehnen wollte.

„Was ist denn, Mr. Cray?“

Allan wandte endlich den Blick von den beiden Herren ab. Er zögerte einen Augenblick, bevor er mit seiner dramatischesten Stimme erklärte:

„Was es ist, Miß Bowlby? Nichts anderes, als daß ich den Mann kenne, von dem Mr. Bowlby eben sprach!“

„Sie kennen ihn? Wie heißt er?“

„Ja ... das weiß ich nicht.“

„Aber ich weiß es,“ sagte Mr. Bowlby, „er ist ein Holländer und heißt van Schleeten. Er ist einer der größten Juweliere oder jedenfalls Juwelenspezialisten Europas. Er hat das große Diadem gemacht, das die französische Republik der Kaiserin von Rußland geschickt hat und Dutzende ähnlicher Dinge. Der Direktor hat es mir erzählt. Er hat mir auch anvertraut, daß der gute Mynheer van Schleeten seiner Zeit ein großer Don Juan gewesen ist. Wie können Sie ihn kennen, ohne zu wissen, wer er ist, Mr. Cray?“

„Das ist eine Spezialität von Mr. Cray! Er kannte ja auch Mrs. Langtrey, ohne zu wissen, wie sie heißt.“

Allan nickte.

„Sie haben recht, Miß Bowlby, und das Wunderliche ist, daß ich sie von derselben Gelegenheit her kenne. Ich fuhr damals mit ihnen, Sie wissen, als man mein Gepäck stahl. Sie waren miteinander.“