Allan stärkte sich aus dem Glas und wiederholte noch einmal die Geschichte, mit der er schon die Familie Bowlby erquickt hatte. Der Fremde horchte mit weit offenen Augen und stieß hier und da einen Ausruf aus. Als Allan zu Herrn Mirzls Ausbleiben vom Rendezvous in Leicester Lounge kam, zur Zurückgabe der Koffer und dem vergeblichen Versuch, den Dienstmann aufzuspüren, fing er so zu lachen an, daß es in der Bar widerhallte. Als Allan geschlossen hatte, beugte er sich mit Tränen in den Augen vor.

„Ein Dienst ist des anderen wert,“ sagte er. „Ihre Geschichte ist das Tollste, was ich seit langer Zeit gehört habe. Haben Sie heute abend Zeit, so möchte ich Ihnen etwas zeigen, das, wie ich glaube, Ihnen ein bißchen Spaß machen wird, da Sie neu in London sind. Haben Sie Lust?“

Allan sah auf seine Uhr. Es fehlten zehn Minuten auf zwölf.

„Ich glaubte, man schließt um diese Zeit überall in London?“

„Man schließt spätestens um eins, aber nicht überall. Es gibt Orte ... hier zum Beispiel.“

„Hier! In dieser kleinen Bar! Ich finde, es sieht so aus, als ob der Barmann sich schon anschicken würde, uns hinauszubefördern.“

„Das würde er auch mit Ihnen tun, wenn Sie allein wären. Aber zufälligerweise gehöre ich zu den Eingeweihten.“

„Aber in dieser kleinen Bar sitzen zu bleiben ...“

„Urteilen Sie nicht nach dem äußeren Schein, junger Mann. Nur bei den Römern war der Eingang zum Avernus leicht. Hier muß sogar der Eingang zu einer Taverne schwer sein.“

Der Fremde lachte herzlich über sein eigenes philologisches Wortspiel und ging zur Bar, wo der Bartender — ein dicker glattrasierter junger Mann von dem Aussehen eines Wettrenntrainers — jetzt allein war und die Kasse überzählte. Die drei schönen Barmädchen waren verschwunden. Allan sah seinem neuen Bekannten interessiert nach. Es war ein kleiner, ziemlich untersetzter Herr mit glänzendem, schwarzem Haar und jener, beinahe blauvioletten Gesichtsfarbe, die vom vielen Rasieren kommt und bei Schauspielern nicht selten ist. Nun kam er zu Allan zurück.