[2] Diese und die folgenden Verse nach der Uebersetzung von Maximilian Rudolf Schenck.

Erhabene Sahibs, lasset uns ...“

Der alte Hofdichter kam nicht weiter; die Anstrengung war zu viel für ihn gewesen, und mitten in seinem letzten Satz plumpste er plötzlich auf einen Diwan, trank die letzten Tropfen aus dem Glas und sah sich mit einem unsteten Lächeln um. Allans Begleiter füllte die Gläser wieder und ließ sich bei dem jungen Engländer nieder, den man Stanton genannt hatte. Allan saß da, in Grübeleien versunken, während seine Augen auf die Tanzenden draußen auf dem Glasboden geheftet waren; das war doch ein mehr als eigentümliches Zusammentreffen, daß er, der nie von diesem Lokal gehört, und die beiden Hindu, die den ersten Tag in London waren, alle drei von wohlwollenden Fremdlingen hier eingeführt wurden ... Er starrte seinen Begleiter an, der mit dem jungen Engländer beschäftigt war. Plötzlich kam ihm eine flüchtige Idee: Hatte er den Mann, der ihn hier eingeführt hatte, nicht in dem Varieté im Leicester Square gesehen? Unmöglich es zu sagen, man sieht ja an einem solchen Ort tausend Gesichter, und das seines Begleiters war nicht besonders auffallend. Und wenn er ihn auch in dem Varieté gesehen hatte? ... Er fuhr unwillkürlich fort, darüber nachzugrübeln, was ihm eigentlich daran, daß gerade er und die beiden Hindu hier im Feuerfresser-Klub saßen, so eigentümlich vorgekommen war. Plötzlich sah er, wie der alte Hofdichter sich erhob und auf etwas unsicheren Beinen zu seinem Platz herankam.

„Junger Mann,“ sagte er und setzte sich auf den Diwan neben dem Allans, „ich will Ihnen etwas anvertrauen.“

Allan neigte lächelnd den Kopf.

„Ich will Ihnen etwas anvertrauen,“ wiederholte der alte Poet. „Dieser Wein, der frischer ist als der Morgentau auf den Berghängen und kitzelnder als die Lippen eines Weibes, ist auch ebenso hinterlistig wie das Herz eines Bewohners der Ebene. Ach, was haben wir von den Frauen, die wir lieben, und dem Wein, den wir trinken? Beide Räusche verschwinden mit dem Morgen. Doch weiß ich nicht, ob der Rausch dieses kitzelnden Weines, der wie ein Frühlingsbach perlt, morgen mit dem Morgen verschwinden wird. Ich bin fast geneigt, es zu bezweifeln; aber wenn es der Fall ist, so denke ich daran, was der göttliche Zeltmacher sagte:

Wein trinken will ich! Trinken, daß der Duft,

Wo ich begraben, füllet einst die Luft;

Daß all die Waller, trunken noch vom Abend,

Im Rausche sinken rings um meine Gruft.