Endlich ging dem Portier ein Licht auf. Er schoß wie ein Pfeil die Treppen hinunter, und Allan stand allein vor der verriegelten Türe, die er mit den Augen verschlang. Der verdammte Mirzl! Wenn Allan nicht auf die Gedanken verfallen wäre, dies ihm im Feuerfresserklub gekommen waren, hätte jetzt wohl er die Ehre des Einbruchs ...

Allan kam in seinem Gedankengang nicht weiter. Urplötzlich, ohne daß er einen Laut gehört hatte, wurde die Türe vor ihm aufgerissen; Jemand im evening-dress, der ihm selbst ähnlich sah, packte ihn bei den Armen, drehte ihn im Kreise herum wie ein Kind und warf ihn in das Zimmer hinein, vor dem er gewartet hatte. Er wurde einfach hingeschleudert wie ein toter Gegenstand und konnte noch gar nicht daran denken, sich zu erheben, als das elektrische Licht im Zimmer erlosch und er sich in abgrundtiefer Finsternis befand. Sein Kopf tickte und summte wie ein Uhrmacherladen, und seine Augen sahen mehr Sterne als sich je auf einer Kognakflasche befunden haben. Endlich war er wieder auf den Beinen und tappte, so rasch er konnte, zur Türe. Sie war versperrt. Er warf sich dagegen, ohne daß sie nachgab. Es gelang ihm, den elektrischen Kontakt zu finden, und er drehte ihn herum, so wie man eine Uhr aufzieht, ohne daß auch nur ein Lichtfünkchen kam. Endlich hörte er eilige Schritte dort draußen, ein Rütteln an der Türe und die Stimme des Portiers:

„Haben Sie ihn drinnen? Haben Sie den Hauptkontakt abgedreht?“

Allan bemühte sich die Worte zu unterdrücken, die ihm auf der Zunge lagen.

„Um Gottes willen!“ schrie er, „so lassen Sie ihn doch nicht entwischen! Versperren Sie den Ausgang! Telephonieren Sie der Polizei! Er hat mich hier drinnen eingesperrt!“

Er hörte den Portier die Treppe hinunter verschwinden, ohne sich auch nur die Zeit zu nehmen, den elektrischen Kontakt aufzudrehen, und es verging eine Ewigkeit, während der er, vor Ungeduld schnaubend, vor der verriegelten Türe auf und ab tanzte. Von Zeit zu Zeit unternahm er einen neuen Versuch, sie zu sprengen. Immer vergeblich. Es mochten vielleicht zehn Minuten vergangen sein, die ihm wie zehn Jahrhunderte vorkamen, als er zum zweiten Male draußen Schritte hörte, diesmal von mehreren Personen. Das Zimmer füllte sich plötzlich mit Licht, und ein Schlüssel drehte sich im Schloß. Er riß selbst die Türe auf und fand draußen den Portier, atemlos vor Erregung, in Gesellschaft von zwei Polizisten. Er setzte zu Erklärungen und Fragen an, aber ein Ausruf des einen Polizisten kam ihm zuvor.

„Nanu! Einbruchsversuch, todsicher! Sehen Sie mal!“

Allan drehte sich nach der Richtung um, in die der Konstabler wies. Wenn es noch eines Beweises für die Richtigkeit seiner Ahnungen bedurft hätte, so hatte er ihn nun.

Eine Oeffnung von etwa sechzig Zentimeter im Durchschnitt klaffte im Fußboden, daneben lag ein geschlossener Regenschirm und eine Anzahl Holzscheiben und etwas Mörtel. Er starrte verständnislos den Regenschirm an, bis der eine Polizist auf das Loch im Boden zueilte und den Regenschirm aufhob. Er spannte ihn auf; es zeigte sich, daß er eine Quantität Sägespäne, Mörtel und Gips enthielt. Der Polizist nickte:

„Der gewöhnliche Trick, damit der Mörtel nicht in das Zimmer darunter fällt! Seine Strickleiter hat er glücklich mitgenommen.“