Herr Allan Kragh aus Schweden, wohnhaft Zimmer Nr. 417 Grand Hotel Hermitage, wurde heute nacht zwischen halb drei Uhr und drei Uhr in seinem Zimmer um eine Summe von sechstausend schwedischen Kronen (in Tausendkronenscheinen) bestohlen.
Der Verüber des Diebstahls möchte darauf aufmerksam machen, daß dies die überaus milde Strafe ist, die Herrn Kragh aufzuerlegen für angemessen befunden wurde, wegen seines Eingreifens in die andere Affäre, die sich in derselben Nacht im Grand Hotel Hermitage abspielte.
Für den Fall, daß Herr Kragh die Sache noch nicht angezeigt haben sollte, gestatte ich mir hiermit Sie davon zu benachrichtigen. Herr Kragh ist ein liebenswürdiger junger Mann, der Ihre eifrigen Bemühungen verdient.
In Eile
Benjamin Mirzl.
P. S. Die Zeit gestattet mir nicht ‚alias‘ hinzuzufügen.“
Der Detektivkommissar beobachtete lächelnd Allans Mienenspiel bei der Lektüre dieser Epistel.
„Sie kennen Mirzl offenbar nicht, da Sie so überrascht sind,“ sagte er.
„Ich kenne ihn nicht? O doch, ein bißchen, wie schon aus dem Brief hervorgeht. Und Sie? Kennen Sie ihn?“
„Ich kann antworten wie Sie, ein bißchen! Er hat uns vor drei Jahren hier in London das Leben zur Hölle gemacht — die zehn Einbrüche in Regent Street, die Entführung des Ascotpokales, die Eskamotierung der irländischen Kronjuwelen und ein Dutzend anderer Dinge, die man ihm allerdings nicht direkt nachweisen kann, aber von denen wir schwören möchten, daß er dahinter steckt. Ja, wir kennen Herrn Mirzl ein wenig. Gottlob verließ er das Land nach den Ascotrennen und ging dazu über, sich den Behörden seiner Heimat unangenehm zu machen. Jetzt hat er das wohl satt bekommen und —“