Als Freund und Befreier wurde man von den Leuten meist freundlich begrüßt und mit Kaffee, Rakischnaps und Süßigkeiten bewirtet, kam man zu einer solchen Festlichkeit dazu.

Abb. 151. Der Friedhof von Bardowce.

Als ich abends über den Hügel nach Üsküb zurückkehrte, trat mir, nachdem ich einen Überblick über den Kreislauf des Lebens eines mazedonischen Bauern gewonnen hatte, noch eindrucksvoll das Symbol seines Abschlusses entgegen. Oben am Hügel über dem Dorf lag der Friedhof des Dorfes, in welchem die früheren Bewohner des Dorfes ihre letzte Ruhe gefunden hatten. Es war ein stimmungsvoller Anblick. Auf dem rasenbewachsenen Rücken des Abhanges zog sich eine stattliche Gruppe von steinernen Kreuzen hin, zwischen denen die eigenartigen Kastengräber der Balkanslaven lagen. Alle Kreuze waren sorgfältige Steinmetzarbeit, sie erhoben sich niedrig über dem Boden, die einen nach links, die anderen nach rechts gebeugt. Man hatte den Eindruck, daß die Bauern mit Liebe und Sorgfalt die Ruhestätten ihrer Toten pflegten.

Ein feiner Abendduft lag über der Landschaft; im Westen ging die Sonne unter. Ihre Strahlen vergoldeten die hellen Kreuze und beleuchteten die mächtigen geballten Wolken, welche am Himmel standen. Ein Bild von wundersamer Farbenpracht breitete sich vor mir aus; stiller Frieden lag über der Abendlandschaft. An einem frischen Grab standen zwei Frauen und ein alter Mann, deren Umrisse sich eigenartig von der farbigen Ferne abhoben. Ich wanderte langsam heimwärts, von Gedanken erfüllt. Ob wohl diesem Volk, diesen mazedonischen Bulgaren, je eine freundliche Zukunft erblüht?

Galeodes in Greifstellung.

NEUNZEHNTES KAPITEL

BEOBACHTUNGEN AN MAZEDONISCHEN SPINNEN

Daß in einem so insektenreichen Land wie Mazedonien die Spinnen auffallende Bestandteile der Tierwelt sein mußten, durfte ich wohl von vornherein annehmen. Ich wurde nicht enttäuscht. Überall im Lande begegnete ich Spinnenarten, welche teils durch ihre Gestalt und Färbung, teils — und das in besonderem Maße — durch ihre Bauten auffielen.