Abb. 235. Myrmeleon formicalynx F. Nikolatal. Nat. Gr.

Noch eine dritte Form von Ameisenlöwen baute im Wardartal Trichter. Sie war allerdings bei Üsküb häufiger als im Süden. Ich fand sie aber auch bei Mravinca und Veles.

Es war dies eine sehr stattliche, lange Larve, die besonders schlank gebaut war ([Abb. 236]). Sie erreichte eine Länge von fast 2 cm. Die Fühler sind 14 gliederig. Kopf und Rücken sind auffallend gezeichnet. Auch sie baute tiefe Trichter, konnte vorwärts und rückwärts laufen; sehr eigenartig ist der schroffe Übergang vom Vorwärtslaufen zum Rückwärtsgehen und umgekehrt. Die Tiere wechseln oft rasch hintereinander damit ab.

Abb. 236. Ameisenlöwe. Larve von Myrmecaelurus trigrammus Pall. Üsküb. Vergr. 5.

Auffallend ist die größere Reizbarkeit dieser Larven, verglichen mit den anderen von mir studierten Arten. Das Totstellen dauert hier immer nur sehr kurz, die Reizreaktionen, vor allem der Schnappreflex, sind sehr intensiv. Der Phototropismus ist sehr ausgesprochen; das Tier läuft auch vorwärts auf die Lichtquelle los. Merkwürdig ist das starke Aufbäumen des Vorderendes. Die Larve kann selbst an senkrechten Wänden mit dem Vorderende voran hinaufklettern.

Die Larve dieses Ameisenlöwen unterscheidet sich überhaupt in ihrem Verhalten sehr von den anderen von mir studierten Formen.

Im April und Mai gab es viele kleine und mittelgroße Larven, im Juni herrschten die großen Larven vor, die Trichter waren dann auch auffallend groß. Im Juli scheint die Zeit der Verpuppung zu sein, welche nicht lange dauert. Ein Exemplar, welches sich in Gefangenschaft anfangs August verpuppt hatte, schlüpfte am 23. August aus. Bei meinen in Gefangenschaft gehaltenen Individuen, die alle schöne kugelrunde, sandkörnerumkleidete Kokons bauten, war wohl die Larvenzeit stets etwas über die Norm ausgedehnt.

In Mazedonien flogen die Imagines dieser Form vor allem im Juli. Es war Myrmecaelurus trigrammus Pall. ([Abb. 237]). An Flügeln und Körpern der Individuen dieser Art herrschte die gelbe Farbe vor. Die Fläche der Flügel mit ihren braunen Adern zeigte einen zarten gelbgrünen Glanz. Der Hinterleib war im wesentlichen gelb, mit dunkelbraunen Längsstreifen, ähnlich sahen Kopf und Brustabschnitte aus.