Abb. 241. Palpares libelluloides Dalm. Großer braungefleckter Ameisenlöwe. Nat. Gr.

Nemoptera und Palpares gehören sicher zu den Ameisenlöwen, welche keine Trichter bauen. So waren ihre Larven nicht so leicht zu finden und zu beobachten, als diejenigen der oben erwähnten Formen, die man ohne weiteres in ihren Trichtern aufsuchen konnte. Über die Lebensweise der Palpares-Larven gelang es mir nicht, irgendwie Beobachtungen zu machen. Sie müssen sehr verborgen leben, möglicherweise sind sie nächtliche Tiere. Wie viel habe ich nach ihnen gesucht; wie viel Steine haben wir umgewälzt, wie viel in der Erde gegraben, bis es gelang, eine einzige Larve zu fangen. Diese grub im Winter (Januar 1918) der Entomologe Rangnow aus der Erde am Grünberg bei Kaluckova heraus. Groß und stattlich ist diese Larve, über 3 cm lang, fast so breit wie die anderen Ameisenlöwenlarven lang sind. Wie zahlreich müssen bei der Menge, in der die Imagines auftraten, auch ihre Larven im gleichen Gebiet sein. Ich halte es für ganz ausgeschlossen, daß sie Trichter bauen, die hätten uns bei der genauen Durchforschung, die ich mit meinen Mitarbeitern vornahm, nicht entgehen können. Immerhin weist der Bau der Larve auf ein Wühlen in lockerem Substrat hin.

Abb. 242. Larve von Palpares libelluloides Dalm. Vergr. 6.

Ebenso merkwürdig ist es, daß ich die Larven von Nemoptera an den Fundorten, an denen die Imagines in großen Mengen auftraten, nicht gefunden habe, obwohl ich intensiv nach ihnen suchte. Eine Larvenform, die sicher nicht zu den Trichterbauern gehört und in mancher Beziehung, so durch die Größe, zu Nemoptera gehören könnte, konnte ich aber bisher nicht mit Sicherheit bestimmen.

Gegen Ende Juli verschwanden Nemopteren und Riesenhafte allmählich vollkommen; selten sah ich ein totes Tier oder Reste von einem solchen im Freien.

Statt ihrer traten andere Formen auf, unter denen die auffallend gefärbten Ascalaphiden eine große Rolle spielten ([Abb. 243]). So fand ich bei Selenikovo eine unserem Ascalaphus macaronius Scop. durch gelb und braun gefleckte Flügel ähnliche Form.

Durch massenhaftes Auftreten an wenigen Tagen Mitte Juni 1917 war in der Umgebung von Kaluckova eine Art mit den typischen langen Fühlern, mit dem Endknopf und einem braunen Fleck auf jedem Flügel gekennzeichnete Art bemerkenswert. Es war Delyoproctophylla australis Fabr. Hunderte von Individuen flogen einige Tage lang auf den Hügeln von Kaluckova herum, um nach Verlauf dieser Tage ebenso spurlos zu verschwinden wie die anderen Arten. Eigenartig war bei dieser Form, daß ihr Körper, auf Papier gelegt, dort einen starken Fettflecken hinterließ.

Abb. 243. Blattlausameisenlöwe. Ascalaphus sp.