qui medium te vult scindere, pictus erit

Lösung: testiculae + mentula φ. Das Stärkste ist das Epigramm 87 von Ausonius S. 344 Peiper: „Ad Eunum ligurritorem paedagogum.“[79] Das Rätsel vom διπλοῦν γράμμα Συρηϰοσίων gehört jedoch nicht hierher: Anthol. Pal. V 191 Μελεάγρου· εἰς Καλλίστιον.

Γυμνὴν ἢν ἐσίδῃς Καλλίστιον, ὦ ξένε, φήσεις·

‘Ἤλλαϰται διπλοῦν γράμμα Συρηϰοσίων.’

Die Lösung ist harmlos. Doppelt kommt in dem Wort Συρηϰόσιοι der Laut συ : σι vor. Umgestellt ergibt das ὗς.[80] Derartige Anagramme müssen hier außer Betracht bleiben, sonst müßte ein gutes Teil aller antiken Rätsel und, wenn die neuere Zeit mitberücksichtigt werden sollte, die Unterhaltungsecke sämtlicher Zeitungen und Zeitschriften aufgearbeitet werden. Das antike Material ist gesammelt bei Ohlert, Rätsel und Rätselspiele der alten Griechen² (1912) S. 211–241. Wolfgang Schultz, PW s. v. Rätsel Sp. 109 f.

Buchstaben dienen ferner als Namen oder Beinamen von Personen. Recht lustig ist der Name, den der Korinthier Amphion seiner lahmen Tochter gab, die später Mutter des Tyrannen Kypselos wurde. Er nannte sie Labda[81]; natürlich ist das archaische

gemeint, das die ungleiche Beinlänge gut wiedergibt. Sonst gibt es noch allerhand Schulwitze. Den großen Gelehrten Eratosthenes nannten sie Βῆτα[82], den Aristarcheer Satyros Ζῆτα, den Astronomen und Mathematiker Apollonios von Perge Ε[83], typische Schulspitznamen, wie sie wohl heute noch auf jedem Gymnasium vorkommen. Sie haben meist eine ganz gleichgültige zufällige Entstehungsursache, die bald vergessen wird. Später werden dann irgendwelche Gründe hinzugedichtet. Die unwahrscheinlichen Anlässe, die Ptolemaeus Hephaestion u. a. überliefern, hat Lehrs a. a. O. widerlegt. Aber wenn er nun alles auf körperliche Ähnlichkeit der Benannten mit den betreffenden Buchstaben zurückführen will, so ist das wieder einseitig. Wir werden uns da etwas bescheiden müssen.

Bloße Numerierung ist es, wenn Martial II 57 und V 26 einen Freund alpha paenulatorum und sich selber beta togatorum tituliert. Anth. Palat. XI 15 ist ein Scherz an einen Arzt, der verschiedene Leute, deren Namen mit A anfängt, totkuriert hatte. Da der Arzt demnach anscheinend in alphabetischer Reihenfolge vorzugehen gedenkt, will der Dichter Ὠριγένης heißen.

Das Sprichwort liebt die Häufung in symmetrischer Form. Da entwickelt sich entweder die Priamel