[12] Tiele-Söderblom, Kompendium der Religionsgeschichte, Berlin 1912 S. 185. Goldziher, Abhandl. d. Göttinger Ges. d. Wissenschaften 1907 S. 26.
[13] Weigel, Frankfurter Zeitung 14. Juli 1915, Nr. 193.
[14] Es stimmt gut zu den vielen Beziehungen Milets zur Kadmossage, daß hier zuerst „der Phönikier“ Kadmos als Buchstabenbringer betrachtet wird, vgl. Crusius in Roschers Lexikon s. v. Kadmos Sp. 874.
[15] Diese Äußerung Platons bekamen später die Ἕλληνες von den Christen oft zu hören: Clem. Alex. Strom. I 15 p. 357 P. S. 43 Staehlin. Euseb. Praep. ev. X 4 p. 471 c.
[16] Die „symbolische“ Schrift der Ägypter bei Clem. Alex. Strom. V 4 p. 657 P. und Porphyr. vit. Pyth. 12 ist das änigmatische oder anaglyphische System, das aus der Hieroglyphenschrift künstlich komplizierter gestaltet ist. „Dieses System kam erst in den späten Zeiten des Verfalls des Ägyptertums in Gebrauch; da dies aber gerade die Zeit war, in welcher die Griechen das Land kennen lernten, so spielt es bei diesen, die es in seiner Kompliziertheit freilich nicht verstanden, eine große Rolle.“ Wiedemann, Herodots II. Buch, 1890 S. 164.
[17] Die Erzählung ist wohl eine altägyptische Legende, vgl. Reitzenstein, Zwei religionsgesch. Fragen (1901) S. 123, Poimandres 123. Die Kritik des Königs an der Erfindung — er meint, sie wird das menschliche Gedächtnis schwächen — ist jedoch sicher erst platonisch: sie paßt zu gut zu einer Tendenz des Dialoges, die mündliche Dialektik über alles Schreiben zu stellen, und stimmt überein mit Platons nicht sehr hoher Meinung von den Ägyptern überhaupt. Phileb. 18 b wird erörtert, wie zwischen dem Eins und dem Vielen ein richtiges Vermitteln nötig sei. Theuth — εἴτε τις ϑεὸς εῖτε ϰαὶ ϑεῖος ἅνϑρωπος (das Schwanken, ob Theuth Mensch oder Gott ist, ist in ägyptischen Vorstellungen begründet, Reitzenstein, Zwei religionsgesch. Fragen (1901) S. 119) — sei da vorbildlich verfahren: als er darüber nachdachte, wie in der φωνή ἄπειρος ein ϰέρας zu finden sei, erklärte er nicht kurzerhand alles für ein ὲν — etwa wie der p. 15 e köstlich geschilderte junge Mann — sondern unterschied zuerst φωνήεντα, dann tönende Konsonanten, dann ἄφωνα. Erst zum Schluß faßte er alles unter dem Begriff στοιχεῖον zusammen. Der folgende Satz heißt in deutscher Paraphrase: weil er aber sah, daß keiner von uns jemals in die Lage komme, nur einen einzigen Buchstaben ohne die übrigen verstehen zu müssen, so fand er noch das Band, das, selbst eine Einheit, auch all dies zur Einheit — nämlich zur φωνή, der Mitteilung in Worten und Sätzen — gestaltet, und nannte diese Kunst, weil sie bei den γράμματα zur Verwendung kommt, γραμματιϰὴ τέχνη. Vgl. v. Bissing, Neue Jbb. 29 (1912) S. 95 f.
[18] Diod. I 23, 4; Hygin fab. 277; Pausan. IX 12, 2.
[19] Seine Gleichsetzung des Prometheus mit Thoth (Plut. de Iside et Os. 37, ebenso Istros περὶ τῆς Αἰγυπτίων ἀποιϰίας Clem. Alex. strom. I 21 p. 382 Potter S. 68 Staehlin) hatte also andere Gründe als die Buchstabenerfindung.
[20] Ed. Schwartz, RM 40 (1885) S. 256.
[21] Hermes λόγιος: Platon Kratyl. 407; Cornut. 16; Plotin Enn. 3, 6, 18; Hippolyt. philos. 5, 7; Porphyr. apud. Euseb. praep. ev. 3, 11 p. 114; Eitrem PW s. v. Hermes XV (1912) p. 782. Hermes-Thot „mit der Feder“, wie Furtwängler (Bonner Jahrbb. 103 (1898) S. 1 ff. 107 (1902) S. 45 ff. — Kleine Schriften, München 1913 S. 372 ff.) u. a. (Loeschcke ebenda 107, 48 ff., Reitzenstein, Poimandres S. 3) eine Reihe von hellenistischen Darstellungen benannten und für den Schreibergott erklärten, ist allerdings nicht zu halten. Das Attribut auf dem Kopf ist vielmehr ein Lotosblatt, R. Foerster, Röm. Mitt. 29 (1914) S. 171 ff. s. oben S. 4 Anm. 2. Aber ψυχοπομπός war Thoth wie Hermes: Pietschmann, Hermes Trismegistos 1875 S. 21. Reitzenstein, Poimandres 100.