(Auf das erlegte Tier weisend.)

Gülnare (mit der Hand die Augen bedeckend).
Ah!

König.
Entfernt dies Schreckbild!

Gülnare.
Nein!
Stark, entschlossen will ich sein.

(Nach vorn kommend.)

Glaub nur nicht, mein edler Fremdling,
Daß, ein schwach erbärmlich Weib,
Hinter dir so fern ich bleib!
Oft hat man mich wohl gesehen,
Männlich die Gefahr bestehen,
Eine Gleiche stand ich ihr.
Doch das Widrige, den Grauen
So verwirklicht anzuschauen,
Nimmt entfremdend mich von mir.
Und doch, schafft's nicht fort, es bleibe;
Selbst bezwingen will ich mich. Nun zu dir, mein edler Retter,
Der mit seines Armes Walten
Alles, alles mir erhalten,
Was der Schwachen übrigblieb.
Rings von Feindesmacht umgeben,
Von verschmähter Liebe Trutz,
War mir dieses Greises Leben
Einz'ge Stütze, all mein Schutz.
Und der Drache bleckt' die Zähne,
Und es war um ihn geschehn;
Da—o lohn es diese Träne!—
Hebt sich eines Armes Sehne,
Und das Untier muß vergehn.
Vater, schau, so sehen Helden!
Vater, schau, so blickt ein Mann!
Was uns alte Lieder melden,
Schau es hier verwirklicht an!

Rustan (leise).
Kohlen, Zanga, glühnde Kohlen!

Zanga (ebenso).
Laßt die Furcht den Henker holen!

Gülnare.
Doch du sprichst nicht? Doch du schweigest?

Rustan (auf die Knie stürzend).
Herrin, oh, ich bin vernichtet!