Hero. Sieh nur, ein kranker Mann!
Priester.
Nicht deines Amtes ist der Kranken Heilung.
Sie mögen gehen in Apollens Tempel,
Dort heilt der Priester Schar.
Hero. So sagt' ich auch.
Priester.
Allein vor allem, ob nun krank, gesund
Der Göttin Hain, der Priesterwohnung Nähe
Betritt kein Mann, kein Fremder ungestraft.
Entlaß ich euch, verdankt es meiner Huld.
Ein zweites Mal verfielt ihr dem Gesetz.
Naukleros.
Doch sah ich erst nur viele dort versammelt
Im Tempel und im Hain, so Mann als Frauen.
Priester.
Die Zeit des Fests gibt solchem Einlaß Raum,
Vom Morgen bis zum Mittag währt die Freiheit.
Naukleros.
Nun denn, die Sonne steht noch nicht so hoch;
Sie brennt und blitzt, doch lange nicht im Scheitel.
Priester. Des sei du froh und nütze diese Frist.
Denn wenn die Sonn' auf ihres Wandels Zinne
Mit durst'gen Zügen auf die Schatten trinkt,
Dann tönen her vom Tempel krumme Hörner
Dem Feste Schluß, dir kündigend Gefahr.
Auch seid ihr aus Abydos sagt man mir,
Und wenig wohlgesinnt das Volk uns jener Stadt.
Beim Fischzug, und wo irgend sonst im Meer
Erhebt es Streit mit Sestos' frommen Bürgern.
Auch das bedenkt, und daß der oft Gekränkte
Sich doppelt rächt, wenn lang er es verschob.
Naukleros.
Ich aber denke: Mann, Herr, gegen Mann!
So hielt ich's gegen Sestos' frommes Volk.
Auch: stellen sie uns nach auf diesen Küsten,
Wir zahlen's ihnen jenseits, dort, bei uns.
Priester.
Nicht ziemt es mir, dir Wort zu stehn und Rede.
Was not tut ward gesagt, von anderm schweig!