Hero.
Sag: er war alles! Was noch übrigblieb,
Es sind nur Schatten; es zerfällt; ein Nichts.
Sein Atem war die Luft, sein Aug' die Sonne,
Sein Leib die Kraft der sprossenden Natur,
Sein Leben war das Leben, deines, meins,
Des Weltalls Leben. Als wir's ließen sterben,
Da starben wir mit ihm. Komm, läss'ger Freund,
Komm, laß uns gehn mit unsrer eignen Leiche.
Du hast zwei Kleider und dein Freund hat keins,
Gib mir dein Kleid, wir wollen ihn bestatten.
(Naukleros nimmt seinen Überwurf ab, Janthe empfängt ihn.)
Hero.
Nur einmal noch berühren seinen Leib,
Den edlen Leib, so voll von warmem Leben.
Von seinem Munde saugen Rat und Trost.
Dann—ja, was dann?—Zu ihm!
(Zum Tempelhüter, der zurückgekommen ist.)
Verweigerst du's?
Ich will zu meinem Freund! Wer hindert's? du?
(Sie macht eine heftige Bewegung, dann sinken Haupt und Arme kraftlos herab. Janthe will ihr beistehen.)
Hero.
Laß mich! Der Mord ist stark. Und ich hab ihn getötet.
(Ab nach der linken Seite.)
Priester (zu Janthen).
Folg ihr!
(Janthe geht.)