(Janthe kommt.)
Janthe.
O laßt sie, laßt! Gönnt ihr die kurze Ruh'!
Wie mag sie trauern um den Teuern, Guten.
Sie fand den Ort wo man ihn hingebracht
Blindfühlend aus, von niemanden belehrt,
Und stürzte auf die Knie und weinte laut,
Mit ihres Atems Wehn, mit ihren Tränen
Zum Leben ihn zu rufen ohne Furcht bemüht.
Doch als er des nicht achtet, weil er tot,
Da warf sie sich auf den Erblaßten hin,
Die teure Brust mit ihrer Brust bedeckend,
Den Mund auf seinem Mund, die Hand in ihrer.
Seitdem nun ist ihr Klagelaut verstummt,
Doch, fürcht ich, sammelt sie nur neue Kraft
Zu tieferm Jammer.—Nun, ich will auch nimmer
Ein Lieb mir wünschen, weder jetzt, noch sonst:
Besitzen ist wohl schön, allein verlieren!
(Der Priester kommt mit dem Tempelhüter und Naukleros, dem mehrere
Freunde folgen, von der rechten Seite.)
Priester.
Wo ist sie?
Janthe. Dort!
Priester. Zieht auf den Vorhang!
Janthe. Herr—!
Priester.
Auf! sag ich, auf! Und haltet fern das Volk.
(Der Vorhang wird aufgezogen, die Cella erscheint, zu der viele breite Stufen emporführen. Leander liegt querüber auf einem niedern Tragbette. Hero in einiger Entfernung auf den Stufen, halbliegend auf den rechten Arm gestützt, wie neugierig nach dem Toten hinblickend.)
Priester.
Hero!