Berta.
Waffen? Ach woher?

Jaromir.
Ei hängt nicht,
Hängt denn nicht an jener Mauer
Dort ein Dolch?

Berta.
Ach laß ihn, laß ihn!
Zieh ihn nicht aus seiner Scheide,
Unglück hängt an dieser Schneide.
Von dem Dolche, den du siehst,
Ward der Ahnfrau unsers Hauses
Einst in unglücksel'ger Stunde
Eingedrückt die Todeswunde.
Als ein Zeichen hängt er da
Von dem nächtlichen Verhängnis
Das ob unserm Hause brütet.
Blut'ges hat er schon gesehn,
Blut'ges kann noch jetzt geschehn!

(Die Ahnfrau erscheint hinter den beiden, die Hände, wie abwehrend, gegen sie ausgestreckt.)

Berta.
Was starrst du so gräßlich hin?
Mann du zitterst? Ich auch bebe!
Grabesschauer faßt mich an,
Leichenduft weht um mich her!

(Sich an ihn schmiegend.)

Ich erstarre! Ich vergehe!

Jaromir.
Laß mich!—Diesen Dolch da kenn ich!

Berta.
Bleib zurück! Berühr ihn nicht!

Jaromir.
Sei gegrüßt, du hilfreich Werkzeug!
Ja du bist's, fürwahr du bist's!
Wie ich dich so vor mir sehe
Tauchen ferner Kindheit Bilder,
Lang verborgen, lang entzogen
Von des Lebens wilden Wogen,
Wie der Heimat blaue Berge,
Auf aus der Erinnrung Flut.—
An dem Morgen meiner Tage
Hab ich dich schon, dich gesehn.