Seitdem durch die Nacht des Lebens
Schwebtest du mir gräßlich vor
Wie ein blutig Meteor.
In der flucherfüllten Nacht,
Als ich auf der ersten Stufe
Meinem furchtbaren Berufe
Scheu die Erstlinge gebracht,
Da sah ich mit bleichem Schrecken
In der Wunde, die ich schlug,
Statt des Dolches, den ich trug,
Deine, deine Klinge stecken.
Und seit jenem Schreckenstag
Blieb dein Bild mir immer wach!
Sei gegrüßt, du hilfreich Werkzeug!
Lockend seh ich her dich blinken,
Und mein Schicksal scheint zu winken.
Du bist mein! Drum her zu mir!
(Drauf los gehend.)
Berta (zu seinen Füßen).
Ach, halt ein!
Jaromir (immer unverwandt auf den Dolch blickend).
Weg da!—Zurück!
(Er nimmt den Dolch. Die Ahnfrau verschwindet.)
Jaromir.
Was ist das? Was ist geschehn?
Als du dort noch flimmernd hingst,
Schien von deiner blut'gen Schneide
Auszugehn ein glühend Licht,
Das durch der Vergangenheit
Nachtumhüllte Nebeltäler,
Scheu, mit mattem Strahle flammte.
Und Gestalten, oft gesehn,
Wie in einem frühern Leben
Fühlt' ich ahnend mich umschweben.
Diese Hallen grüßten mich
Dies Gerät schien mir zu winken,
Und in meines Busens Gründen
Schien ich mir mich selbst zu finden.
Und jetzt ausgelöscht, verweht,
Wie ein Blitzstrahl kommt und geht.
Berta.
Diesen Dolch! O leg ihn hin!
Jaromir.
Ich, den Dolch? Nein, nimmermehr!
Er ist mein, ist mein, ist mein!
Ei fürwahr ein tüchtig Eisen!
Wie ich ihn so prüfend schwinge
Wird mit eins mir guter Dinge
Und mein innres Treiben klar.
Wen's mit dir, mein guter Stahl,
Mir gelingt so recht zu fassen,
Der wird mich wohl ziehen lassen
Und kömmt nicht zum zweitenmal.
Nun leb wohl, leb wohl mein Kind!
Mutig! Froh! Die Zukunft lacht!
Und gedenk!—Um Mitternacht!
(Mit erhobenem Dolche ins Seitengemach ab.)
Ende des dritten Aufzuges