Ha, wer faßt so kalt mich an?
Meine Hand?—Ja, 's ist die meine.
Bist du jetzt so starr und kalt,
Sonst von heißem Blut durchwallt,
Kalt und starr wie Mörderhand,
Mörder, Mörder, Mörderhand!
(Vor sich hinbrütend.)
Possen!—Fort! Gebt euch zur Ruh'!
Fort, es geht der Hochzeit zu!
Liebchen, Braut, wo weilest du?
Berta, Berta, komm!
Die Ahnfrau (tritt aus dem Grabmale).
Wer ruft?
Jaromir.
Du bist's! Nun ist alles gut,
Wieder kehret mir mein Mut.
Laß mich Mädchen dich umfangen,
Küssen diese bleichen Wangen—
Warum trittst du scheu zurück,
Warum starrt so trüb dein Blick,
Lustig Mädchen, lustig Liebe!
Ist dein Hochzeittag so trübe?
Ich bin heiter, ich bin froh,
Und auch du sollst's sein, auch du!
Sieh mein Kind, ich weiß Geschichten,
Wunderbar und lächerlich,
Lügen, derbe, arge Lügen,
Aber drum grad lächerlich.
Sieh sie sagen—Lustig, lustig!
Sagen, du seist meine Schwester!
Meine Schwester!—Lache Mädchen,
Lache, lache sag ich dir!
Ahnfrau (mit dumpfer Stimme).
Ich bin deine Schwester nicht.
Jaromir.
Sagst du s doch so weinerlich.
Meine Schwester!—Lache sag ich!
Und mein Vater—Von was anderm!
Alles ist zur Flucht bereitet,
Komm!
Ahnfrau.
Wo ist dein Vater?
Jaromir.
Schweige!
Schweig!
Ahnfrau (steigend).
Wo ist dein Vater?