Manrique.
Das wollen wir erst sehn.
Esther.
Wir sind so arm nicht,
Daß wir nach fremdem Wert die Hände streckten.
Manrique (auf die Seitentür zugehend).
Auch dort in jenem Zimmer forscht man erst,
Ob nichts abhanden, ob die Habsucht nicht
Sich mit der Frechheit so wie hier verbunden.
Garceran. (ihm in den Weg tretend).
Hier, Vater, ruf ich: halt!
Manrique.
Kennst du mich nicht?
Garceran.
So Euch als mich. Doch gibt es, wißt Ihr, Pflichten,
Die selbst dem Vaterrecht die Waage halten.
Manrique.
Sieh mir ins Aug'! Er kann es nicht ertragen.
So raubt mir denn zwei Söhne dieser Tag.
(Zur Königin.)
Wollt Ihr nicht gehn?
Königin.
Ich möchte, doch ich kann nicht.
Vielmehr ich kann, beim Himmel, denn ich muß.
(Zu Garceran.) Ziemt Euer Amt gleich einem Ritter nicht,
Doch dank ich Euch, daß Ihr es treulich übt.
Zu sehen wäre Tod—doch leiden kann ich
Und trefft Ihr Euren Herrn vor Abend noch,
Sagt ihm, daß rück ich nach Toledo ging—allein!
(Die Königin und ihr Gefolge ab.)
Garceran.
So mußte mich das Unglück diesen Tag,
Gerade heut vom Heere heimwärts führen.