Isaak.
Er spricht mit mir von Staat und Geldeswert.

Garceran.
So rührt von Euch vielleicht die neue Ordnung
Nach der ein Dreier nur zwei Groschen gilt?

Isaak.
Geld, Freund, ist aller Dinge Hintergrund.
Es droht der Feind, da kauft Ihr Waffen Euch,
Der Söldner dient für Sold, und Sold ist Geld.
Ihr eßt das Geld, Ihr trinkt's, denn was Ihr eßt
Es ist gekauft und Kauf ist Geld sonst nichts.
Die Zeit wird kommen, Freund, wo jeder Mensch
Ein Wechselbrief, gestellt auf kurze Sicht.
Ich bin des Königs Rat. Wenn Ihr nun selber
Einträchtig wolltet gehn mit Isaaks Glück—

Garceran.
Einträchtig ich mit Euch? Es ist mein Fluch,
Daß mich der Zufall und der leid'ge Anschein
Gemengt in dieser Torheit wüstes Treiben,
Das Pflicht und Eid auf harte Proben stellt.

Isaak.
Mein Rahelchen steigt täglich in der Gunst.

Garceran.
Oh, daß doch dieser König seine Jugend,
Der Knabenjahre hast'gen Ungestüm
In Spiel und Tand, wie mancher sonst, verlebt!
Allein als Kind von Männern nur umgeben,
Von Männern großgezogen und gepflegt,
Genährt vorzeitig mit der Weisheit Früchten,
Selbst seine Ehe treibend als Geschäft,
Kommt ihm zum erstenmal das Weib entgegen,
Das Weib als solches, nichts als ihr Geschlecht
Und rächt die Torheit an der Weisheit Zögling.
Das edle Weib ist halb ein Mann, ja ganz,
Erst ihre Fehler machen sie zu Weibern.
Und nun ist auch der Widerstand besiegt
Den die Erfahrung leiht dem oft Getäuschten,
Zum bittern Ernst wird ihm das lose Spiel.

Doch soll's nicht länger währen, sag ich Euch.
Der Feind steht an den Grenzen und der König
Gehört zu seinem Heer, ich führ ihn hin
Und Euer Blendwerk fällt zurück ins Nichts.

Isaak.
Versucht's ob's Euch gelingt. Wenn nicht mit uns,
So seid Ihr gegen uns. Ihr brecht den Hals
Wenn Ihr den weiten Abgrund überspringt.

(Musik von Flöten ertönt.)

Hört Ihr? Da kommen sie mit Zimbeln und Posaunen
Wie Ahasverus mit dem Weibe Esther,
Die unser Volk zu Glanz und Ruhm erhöht.