König.
Das Schloß ist fest, der Kastellan bewährt,
Er wird euch schützen mit dem eignen Leben.
Denn fühl ich gleich, daß ich, wie sehr, gefehlt,
Soll niemand drunter leiden, der, vertrauend
Auf meinen Schutz, so Schuld als Fehl geteilt.
Komm, Garceran! Vielmehr geh du voraus,
Denn fänd' ich jene Stände noch versammelt,
Von mir berufen nicht und nicht berechtigt,
So müßt' ich strafen, und das will ich nicht.
Drum heiß sie schnell nur auseinandergehn.
Und deinem Vater sag: War er mein Schützer
Und mein Vertreter in der Knabenzeit,
So weiß ich selber nun mein Recht zu schützen,
Auch gegen ihn und gegen jedermann.
Komm nur! Und ihr lebt wohl!
Rahel (sich ihm nähernd).
Erlauchter Herr!
König.
Laß jetzt! Ich brauche Kraft und festen Willen
Und möchte nicht im Abschied mich erweichen.
Ihr hört von mir, wenn ich mein Amt geübt,
In welcher Art und was die Zukunft bringt
Hüllt Dunkel noch und Nacht. Für jeden Fall
Setz ich mein Wort an euern Schirm und Schutz.
Komm Garceran. Mit Gott! Er sei mit euch.
(Der König und Garceran nach der linken Seite ab.)
Rahel.
Er liebt mich nicht, ich hab es längst gewußt.
Esther.
O Schwester, nutzlos ist das späte Wissen
Das kommt wenn uns der Schade schon belehrt.
Ich warnte dich, du hast mich nicht gehört.
Rahel.
Er war so heiß und feurig im Beginn.
Esther.
Nun gleicht er kühl die Übereilung aus.
Rahel.
Was aber wird aus mir, die ich vertraut?
Laß uns entfliehn!
Esther.
Die Straßen sind besetzt
Das ganze Land in Aufruhr gegen uns.