(Die Stimmen und die Fußtritte entfernen sich.—Pause. Dann kommt der alte Isaak aus der Seitentüre rechts, einen nachschleifenden Teppich über den Kopf gestülpt, den er später fallen läßt.)
Isaak.
So sind sie fort?—Ich höre nichts. (Zurücktretend.) Doch ja—
Nein wieder nichts. Ich habe mich versteckt
Als sie nach Räuberart das Schloß durchsuchten.
Am Boden lag ich in mich selbst gekrümmt,
Und diese Decke war mir Dach und Schirm.
Doch nun wohin?—Was ich erspart, erworben,
Hab ich vorlängst im Garten eingescharrt;
Das hol ich später, wenn der Lärm vorüber.—
Wo ist die Tür? Wie rett ich meine Seele?
(Esther tritt aus der Türe links.)
Wer kommt? Weh mir!
Esther.
Seid Ihr's?
Isaak
Bist du es, Rahel?
Esther.
Wie meinst du? Rahel? Esther bin ich nur!
Isaak.
Nur, sagst du, nur? Du, meine einz'ge Tochter,
Die einz'ge, weil die beste.
Esther.
Sag vielmehr:
Die beste, weil die einz'ge. Alter Mann,
So weißt du nichts vom heut'gen Überfall,
Und weißt du nicht, wem all ihr Wüten galt?
Isaak.
Ich weiß es nicht und will es auch nicht wissen,
Ist Rahel doch entflohn, in Sicherheit.
O sie ist klug.—Gott meiner Väter!
Was suchst du mich, mich armen alten Mann
Und sprichst zu mir aus meiner Kinder Munde?
Ich aber glaub es nicht. Es ist nicht. Nein!
(Er sinkt am Stuhle in der Mitte nieder, sein Haupt dagegenlehnend.)