Klesel (auf sein Papier herabgebeugt, wie vor sich).
Der Krieg ist dieser Spaltung Keim und Wurzel.
Ferdinand (auf Klesel).
Da spracht Ihr wahr, wenn irgend jemals sonst!
Weil Ruhe war in meiner Steiermark,
Weil ich bei Ketzern brauchte nicht zu betteln,
Gelang's mir ihre Rotte zu zerstreun;
Und deshalb, wäre nicht des Kaisers Wille,
Stimmt' ich in Euern Antrag freudig ein.
Doch gäb' es einen Ausweg, wie mir deucht,
Der Krieg und Frieden gleicherweis vereint:
Den Waffenstillstand—(Zu Klesel.) Schüttelt Ihr den Kopf?
Mathias. Und soll er nicht, solang sein Kopf ihm eigen?
Glaubt ihr, der Türke werde müßig gehn,
Für Waffenruh' und solchen armen Tand,
Des Vorteils sich begeben, der ihm lacht?
—Wenn er im Vorteil ja, wie's wirklich scheint.—
Das ist der Fluch von unserm edeln Haus:
Auf halben Wegen und zu halber Tat
Mit halben Mitteln zauderhaft zu streben.
Ja oder nein, hier ist kein Mittelweg.
Ferdinand. Wenn man uns drängt, das ist nicht Brauch noch Sitte.
Mathias. Es drängt die Zeit; wir selbst sind die Bedrängten.
Ferdinand. Und kennt man die Bedingungen des Feinds?
Klesel (den Stuhl rückend).
Das ist zu wissen leicht aus erster Quelle.
Des Ofner Bassa Sekretär und Dolmetsch
Ist hier im Lager; wenn Ihr es gestattet,
Führ ich ihn her, hört selbst dann was er bringt.
Max. Mir ist gemein nichts mit den grimmen Türken.
Ferdinand (heftig).
Weiß sonst man irgend, frag ich noch einmal,
Die Punkte die der Heide nimmt und gibt.
Klesel. Der Stand wie vor dem Krieg.