Hauptmann.
Doch sendet mich die Kön'gin, Eure Schwester.

Otto.
O Schwesterliebe, lästig schon als Liebe!
Was will sie denn, die Schwester, stets besorgt?

Hauptmann (halb leise).
Sie läßt Euch bitten, eilig heimzukehren.
Der König will zur Stunde fort. Sie hofft
Ihn noch ein Weilchen aufzuhalten, und
Das Äußerste, das Letzte zu versuchen,
Um ihren Wunsch, sich Euch, solang er fern,
Beizugesellen in des Reichs Geschäften,
Beim Abschied zu erlangen. Zwar sie zweifelt.
Doch sollt Ihr heim, damit, wenn's doch gelänge,
Ihr Euch beflissen zeigt, durch kluge Worte
Befestiget den Eindruck, den sie hofft.

Otto.
Nun denn, es sei! Es ist ihr Lieblingswunsch;
Sie fügt sich gerne sonst auch meinen Wünschen.
Obgleich mich selbst erborgte Herrschaft,
Geteilte Herrschaft nimmermehr erfreut.
Kommt! die Belagerung ist aufgehoben!
Der Feind erhole sich, und träum indessen
Von seinem, der zuletzt wohl unser Sieg.

(Alle ab.)

* * * * *

Saal in der königlichen Burg.

König Andreas, völlig gerüstet, tritt aus der Seitentüre links. Die Königin, im Nachtkleide, folgt, ihn zurückhaltend. Ein Kämmerer, der des Königs Helm trägt, öffnet die Türe.

Gertrude.
Ich bitt Euch, weilt noch länger, mein Gemahl!

König.
Geliebtes Weib, du weißt, es drängt die Pflicht.