Otto.
Ich will!
Königin.
Die Luft ist rauh, der Abend kühl,
Du selber bist erhitzt.
(Sie hat seine Hand gefaßt.)
O Gott, wie heiß!
Ach, du bist krank, wahrhaftig krank! Mein Bruder!—
O bleib doch, bleib! Was willst, was kannst du wollen?
Otto.
So ruf denn selbst, und laß die Pferde holen.
Königin.
Wie?
Otto.
Meine Pferde, meine Diener auch!
Königin.
Wo willst du hin?
Otto (aufrecht hinschreitend und Wams und Gürtel ordnend).
Will heim! Zu meinem Vater,
Zu meinen Brüdern, meinen Schwestern allen,
Die mein begehren, mir mit Liebe folgen;
Zurück in meiner Heimat Alpental.
Was soll ich hier? Wo jedermann mich haßt,
Wo jedes Wort rückprallt vom stumpfen Hörer;
Wo meine Schwester selbst das Beispiel gibt,
Mich zu erniedern.
Königin.
Ich?
Otto.
Ja du, nur du!
Wer bin ich hier, und was an deinem Hof?
Beschimpft nicht jedermann mich ungescheut?
Tratst du dazwischen nicht am selben Abend,
Wo ich die Törin, die mir Hohn gesprochen,
Antrat zu Widerruf und zu Erklärung?
Tratst du dazwischen nicht? Als sie es aussprach,
Es aussprach, daß sie mich verachte!—Teufel!
Verachtung?!—Grimm und Tod!—Verachten?—Mich?
Königin (ihn anfassend).
Zu Hilfe! Ärzte! Diener! Hört denn niemand?