König.
Bereitet euch zum Angriff!
Ist sonst noch jemand?—Wer sind diese hier?
Zweiter Anführer.
Zwei Ritter vom Gefolge Herzog Ottos,
Eu'r Gnaden Schwager, suchend ihren Herrn.
König.
O heißt sie gehn, die fert'gen Schuldgenossen
Von seiner lasterhaften Jugend. Fort!
Wie gräbt Erinnerung mit blut'gen Zügen,
Und zeigt, was ich versehn, wie ich gefehlt.
Unsittlichkeit! Du allgefräß'ger Krebs,
Du Wurm an alles Wohlseins tiefsten Wurzeln,
Du Raupe an des Staates Lebensmark!
Warum ließ ich beim Scheiden dich zurück?
Warum zertrat ich nicht, verwies dich?
Wie schlecht verwahrtes Feuer gingst du auf
Und fraßest all mein Haus, mein Heil, mein Glück!
Ich will nicht strafen, heißt sie kehren heim,
Nie mehr dies Land entweihn mit ihrem Fuß.
Zweiter Anführer (der auf einen Hügel gestiegen ist).
Ach Herr, mein Herr! Der Feind tut einen Ausfall.
König.
Bist du nicht klug?
Anführer.
Ich seh das Tor geöffnet,
Und Mann an Mann, mit Lanzen, Fackeln, Herr!
Es gilt dem Sturmgerät. Seht Ihr nicht vor,
So stecken sie's in Brand.
König.
Nun denn, es sei!
Führt sie ihr Unsinn selber ins Verderben.
Anführer.
Noch immer fort. Ein endlos dichter Haufen.
Die Vordersten verbirgt der Hohlweg schon;
Doch stets erneut, strömt's aus den offnen Pforten.
König.
Bleibt Ihr zurück! Mir widert's, die Verworrnen
Dahinzuschlachten, ihrer Torheit Opfer.
Ich will mich ihnen stellen, ich, ihr König,
Und wer es wagt, der mag mein Gegner sein!
Bleibt Ihr zurück, ich will's.
(Er geht gegen den Hintergrund.)
Doch ha! steht ihnen
Die Hölle bei mit ihren dunkeln Geistern?
(Er kommt wieder nach vorne. Rechts, im Hintergrunde, tritt, von einigen Gewaffneten geleitet, ein Zug schwarzgekleideter Frauen auf.)