Bancbanus.
Hörst du der Engel Chor! Beglückter Vater,
Sie bringen jubelnd dir den Sohn zurück.
Nie bringt ein Engel mir mein Weib.
Beglückter Vater, siehst du deinen Sohn?
(Herzog Otto stürzt herein, in der rechten Hand ein zerbrochenes Schwert, auf dem linken Arm den kleinen Bela tragend. Hinter ihm jubelnd Krieger und Landleute.)
Otto.
Bancban, sie rauben mir dein Kind!
(In die Mitte der Bühne gekommen, erblickt er den König. Er steht einen Augenblick still, dann fällt er, das Kind in den Armen, auf die Knie. Der Kleine läuft zu seinem Vater. Herzog Otto liegt auf dem Angesicht am Boden.)
König.
Mein Sohn!
Mein wieder mir geborner, teurer Sohn!
(Er hält ihn in den Armen.)
Bancbanus (auf der andern Seite).
Nu, herzt euch satt, und ich muß trocken stehn.
Kann nicht einmal den Mund an seinen legen.
König (den Knaben emporhaltend).
Hier, euer Fürst! Hier euer künft'ger König!
Verzeihung jedem, was er auch gefehlt;
Des Frevels Häuptern selbst, doch fern vom Lande.
Säh' uns mein Weib aus weit entlegnen Fernen,
Sie winkte: Ja! nachtönend: Ich verzeih!
(Zum Gehen gewendet.)
Bancbanus (auf Otto zeigend).
Hier ist noch einer, der gar bitter harrt.
König.
Steht, Herzog, auf! Steht auf vom Boden!
(Otto steht auf.)
Ihr habt ein kleines Gutes hier getan,
Zu schwach, um zu vergelten so viel Böses.
Doch streck ich nicht die Hand als Richter aus,
Wo Sünde selber straft, braucht's da noch Strafe?
Für meinen Teil entlaß ich Euch der Schuld.
Doch hier ist einer, dem Ihr mehr getan.
Geht hin, und fragt ihn, was ihn mag versöhnen?