Rudolf.
Schutz, edle Frau, bei Eures Gatten Feind?
Kunigunde.
Weil mir der Feinde grimmigster mein Gatte!
Er rast, zumeist gen die, so ihm am nächsten,
Und fliehend nur erhielt ich fast mein Leben.
Rudolf.
Gar viel Vertraun schenkt Ihr mir, Königin!
Denn Frauen kenn ich, sonst wohl hohen Muts,
Die aber lieber tot von Gatten-Hand,
Als daß sie flöhn zu denen, die ihn töten.
Doch mögt Ihr immer dort in meinen Zelten
Des Ausgangs harren, der Euch wohl versöhnt.
(Zu einem Begleiter.)
Bringt die erlauchte Frau in Sicherheit!
Kunigunde.
Ich dank Eu'r Hoheit—Zawisch, kommt mit mir. (Ab.)
Rudolf.
Ihr, Herr, steht nicht bei Eures Königs Fahnen?
Zawisch.
Der König hat mich hoch und schwer beleidigt.
Rudolf.
Beleidigt, Herr? und des gedenkt Ihr jetzt?
Wo er vielleicht dem Tod entgegengeht?
Dankt Gott, Herr, daß Ihr nicht mein Untertan,
Ich wollt' Euch das Kapitel sonst erklären!
Folgt Eurer Königin, die Euch statt eines Königs.
(Zawisch ab.)
Rudolf.
Noch eins, eh' wir zur Schlacht! Ich hab erfahren,
Daß unter denen, die ich gestern abends
Zu Rittern schlug, und die ob einer Unbild
Dem Böhmenkönig abhold, oder sonst,
Vor allen aus den österreich'schen Landen,
Ein Bund besteht, ihn in der Schlacht zu suchen,
Und daß ihn jener töte, der ihn fand:
Den Bund vernicht ich hier, als euer Kaiser,
Und jedem untersag ich, Hand zu legen
An König Ottokar zu dieser Frist;
Den einz'gen Fall der Notwehr ausgenommen.
(Zu Seyfried Merenberg, der neben ihm steht.)
Habt Ihr verstanden, Herr? Und so mit Gott!
Es stürzt einer herein.
Die Böhmen nahn!
Rudolf.
Die Österreicher sind schon da!
Wir werden uns doch wohl nicht fürchten sollen?
Ein einzler Haufe; schließt euch an, ihr Herrn!