Rudolf.
Auf Milota bau deine Hoffnung nicht!
Ottokar.
Mein Grund steht fest; an dir ist's wohl, zu zittern!
In Waffen sehn wir uns. Leb wohl!
Rudolf.
Du gehst?
Du gibst die Lande nicht?
Ottokar (zum Abgehen gewendet).
Ob ich sie geb!
Rudolf.
Nun wohl, so sprich denn selbst mit Milota,
Ob du mit Grund ihm so viel magst vertraun?
(Milota tritt auf in Ketten.)
Rudolf.
So brachten mir die Herren ihn von Steier,
In Ketten, weil er grimmig sie gedrückt.
Nehmt ihm die Fesseln ab!—Hier ist das Banner
Von Steiermark, und hier ist Östreichs Banner,
(Landesherrn von Östreich und Steiermark treten auf des Kaisers Seite vor,
mit Banner und Farben ihres Landes.)
Sie gaben selbst sich in des Reiches Schutz.
Steht nicht so traurig da, mein Fürst von Böhmen!
Schaut um Euch her! Die Wolken sind entflohn,
Und klar seht Ihr nun alles, wie es ist.
Wenn Österreich verloren—
Ottokar.
Ha, noch nicht!
Rudolf.
Täuscht Euch nicht selbst! Ihr fühlt's in Eurem Innern,
Daß es verloren ist; und zwar auf immer!