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Saal in Libussas Schlosse. Zur rechten Seite ein Thron auf Stufen.
Dobromila (kommt von der rechten Seite, zurücksprechend).
Der Erker hier reicht weiter in das Feld!
(Sie tritt an ein Fenster das sie öffnet.)
Libussa (von derselben Seite kommend).
Und siehst du hier auch nichts?
Dobromila. Wie vor noch immer,
Ringsum von den Wladiken keine Spur.
Libussa. Ich sagte dir du sollst nach Wlasta sehn,
Die ich gesandt zu meinem Schwesterpaar,
Und die, halb Mann sie selbst, nach Männerart
Die Zeit mit Vielgeschäftigkeit zersplittert.
Sagt einer Frau: Tu das! sie richtet's aus;
Der Mann will immer mehr als man geheißen.
Liebt sie zu sprechen, lüstet's ihn zu hören,
Und was er seine Wißbegierde nennt,
Ist Neugier nur in anderer Gestalt.
Wenn nicht zu träg, er spräche mehr als sie.
Ich will zu meinen Schwestern auf Hradschin!
Zur Gnade leben trotzigen Vasallen,
Die alles was Gewicht weil es Gehalt,
Erst auf der Waage eignen Zweifels wägen,
Der nur bezweifelt was ihm nicht genehm.
Das soll nicht sein mit Krokus' Fürstentochter.
Sie mögen sich bestreiten, sich bekriegen,
Vielleicht wird sie die Not, doch nie das Wort besiegen.
Fast reut es mich, daß ich die Toren sandte
Nach jenem andern Toren, wie es scheint,
Der trotzig so wie sie und stolz dazu,
Dort zögert wo die Eile noch zu langsam.
Wenn ich gewürdigt ihn noch sein zu denken,
Wenn unter dieser Stirn, in dieser Brust
Die Spuren noch lebendig jenes Eindrucks
Den gebend ich empfing, was hält ihn ab
Hervorzutreten aus der Dunkelheit
Des Ohres und der Nacht ans Licht des Auges,
Den Dank zu holen, ob auch nicht den Lohn?
Und unter solchen wär' mein Los zu weilen?
Wohl etwa gar, wie die Wladiken meinen,
Mein Selbst geknüpft an einen ihrer Schar?
Die Glieder dieses Leibes, die mein eigen,
Zu Lehen tragen von der Niedrigkeit?
Der Hand Berührung und des Atems Nähe
Erdulden, wie die Pflicht folgt einem Recht?
Mich schaudert. All mein Wesen wird zum: Nein.
Es soll sich Wlasta einem Mann vermählen
Und ihre Kinder folgen mir im Reich.