Primislaus. Libussa, du, in Trauerart gekleidet?
Wahrhaftig, du bist bleich.
Libussa. Wohl nur der Abstich
Der dunkeln Kleider, dir seit lang entwohnt.
So ging ich einst an meines Vaters Seite,
So ging die Mutter, gehen meine Schwestern,
Und soll ich sammeln mich wie sonst im Geist,
Muß ich mich auch umgeben so wie sonst.
Die Gabe, wenn sie frisch, braucht keine Hilfe,
Doch wird sie schwach, so ist ihr selbst das Äußre
Ein Notbehelf, ein Anker der sie hält.
Und nun laß uns hinaus nur zu den Männern.
Primislaus. Was willst du?
Libussa. Euren Platz, die Stätte weihn.
Primislaus. Wir haben's abbestellt und aufgegeben.
Libussa. Um meinetwillen soll kein Reifbedachtes
Und vielen Nützliches zugrunde gehn.
Die Sorge für das Volk ist meine Pflicht,
Da schweigen billig kindische Bedenken.
Primislaus. Ich duld es nimmermehr.
Libussa (mit dem Fuße auftretend).
Ich aber will es.—
Verzeih mein Primislaus! Der alte Geist
Er kam zurück mit diesen dunkeln Kleidern.
Du mußt dich fügen, wie du dich gefügt
Als wir noch kämpften—zwar ich ward besiegt.
(Zu Dobromila.)
Der Gürtel drückt, bind ihn mir loser.
Dobromila. Herrin,
Er liegt schon locker jetzt.
Libussa (zu Primislaus).
Kennst du den Gürtel?