Melitta (kommt, einfach aber mit Sorgfalt gekleidet, Rosen am Busen
und in den Haaren. Sie bleibt am Eingange stehen, tritt aber, da
Sappho sich nicht regt, näher hinzu).
Hier bin ich.

Sappho (sich schnell umkehrend und zurückfahrend).
Ah!—Beim Himmel sie ist schön!

(Wirft das Gesicht in beide Hände verhüllt auf die Rasenbank. Pause.)

Melitta.
Du riefst nach mir!

Sappho.
Wie hat sie sich geschmückt,
Die Falsche! ihrem Buhlen zu gefallen!—
Mit Müh' gebiet ich meinem innern Zorn!—
Welch Fest hat heut so festlich dich geschmückt?

Melitta.
Ein Fest?

Sappho.
Wozu dann dieser Putz? die Blumen?

Melitta.
Du hast wohl oft geschmält, daß ich die Kleider,
Mit denen du so reichlich mich beschenkst,
So selten trage, stets auf andre Zeit,
Auf frohe Tage geizig sie versparend.
Das fiel mir heute ein, und weil nun eben
Gerade heute so ein froher Tag,
So ging ich hin und schmückte mich ein wenig!

Sappho.
Ein froher Tag? Nicht weiß ich es, warum?

Melitta.
Warum?—Ei nu, daß du zurückgekehrt,
Daß du—ich weiß nicht recht, doch fröhlich bin ich.