Ganz nahe ö. beim Orte (15 Min.) erhebt sich die Juliushöhe, ein zierlicher Basalthügel (514 m), von welchem sich das ganze Kreibitztal mit seinen Waldbergen überblicken läßt; besonders w. und nw., wo sich das Tal zwischen den Himpelbergen (l.) und dem Plissenberge (r.) öffnet, ist der Ausblick fesselnd. Die Stadt Kreibitz jenseits Schönfeld hält die Mitte; l. derselben hat man die Dittersbacher Felsen, dahinter die Zschirnsteine, den Zirkelstein (gerade hinter dem spitzen Marienfelsen), den Pfaffen- und Pabststein und den gr. Winterberg (hinter dem Rudolfstein); r. von Kreibitz trifft der Blick auf den Irig, hinter ihm auf den betürmten Tanzplan b. Nixdorf, weiter r. über Oberkreibitz im Vordergrunde auf den Pickelstein vor dem Rücken des Steingeschüttes, im Hintergrunde auf den betürmten Valtenberg.
In der Nähe der Schröter'schen Strickwollefabrik, dort wo sich der Eisenhübel mit hübschem Blick auf das bachdurchflossene und teichglitzernde Tal zwischen ihm und den. kl. Himpelberge erhebt, teilt sich die den Ort durchziehende Straße. Links führt sie zwischen dem kl. Eibenberge (598 m) und dem, eine liebliche Aussicht bietenden Aschenstein (605 m, r.) über den 527 m hohen Sattel im westlichen Flügel des zentralen Teiles des nordböhmischen Sandsteingebirges in 1 Std. zur Bahnstation Falkenau im Kamnitzbachtale; unsere Straße aber führt r. weiter. Am Ende der letzten Häuser von Schönfeld haben wir vor uns r. die beiden Himpelberge, geradeaus den Schindelhengst, rückwärts den Tannenberg und daneben den gr. und kl. Eibenberg. Hier steht an der Straße der Hochbehälter der am 19. Juli 1904 eröffneten Wasserleitung für die Gemeinden des Kreibitztales aus vier am nö. Abhange des Schindelhengstberges entspringenden Quellen. Die Straße quert dann den 486 m h. Sattel zwischen Schindelhengst (650 m, l.), und dem höheren der beiden Himpelberge, dem sog. »kleinen« oder schwarzen Himpelberge (633 m, r.), und trifft in 30 Min. auf die Kaiserstraße, die von Kreibitz her nach B. Kamnitz führt, wo wir nahe vor uns den kl. Ahrenberg oder Breitenberg (613 m) – interessant wegen der knolligen Form des Basalts inmitten frischgrüner Waldpartien und als Kampfstätte im Gefechte am 19. Juli 1757 – und rechter Hand etwas entfernter den als Aussichtspunkt bekannten Buchhübel (554 m) haben.
Wem harmlose Kletterei und ein kurzer Kampf mit sparrigem Strauchwerk die Wanderfreuden erhöhen, dem ist der Aufstieg auf den schwarzen Himpelberg anzuraten, einen wilden Gesellen mit steilen Abstürzen und ungeheuren Blockhalden basaltischen Gesteins, vor deren mächtigem Druck die Vegetation bescheiden zurückgewichen ist. Die freien Gipfelfelsen lohnen die Mühe durch eine Fülle mannigfaltiger malerischer Ausblicke. W.: An dem greifbar vorliegenden Kaltenberge r. vorüber der betürmte Rosenberg, l. hinter ihm der gleichfalls betürmte hohe Schneeberg und r. hinter diesem der Schönwalder Spitzberg; r. vom Rosenberge die Kirchdörfer Rosendorf und Arnsdorf hintereinander. NW.: Über dem vorgelagerten niedrigeren Himpelberg hinweg der Buchhübel, zwischen beiden hindurch der gr. Winterberg (Turm), l. von diesem Königstein, Pabst- und Pfaffenstein, über den Buchhübel hinaus der gr. Zschirnstein, dahinter der Geisingberg im Erzgebirge; r. vom Buchhübel im Hintergrunde hinter einander Saupsdorf (Kirche), Tanzplan und Valtenberg (Türme). N.: Kreibitz, dahinter die betürmte Wolfsbergspitze zwischen Irig (l.) und Steingeschütte. NO.: Oberkreibitz vor dem Plissenberge, l. dahinter der Czornebog (Turm), r. der ebenfalls betürmte Kottmar und r. vor diesem die Kirche von Schönborn bei Rumburg. O.: Die Juliushöhe hinter Schönfeld, dann der betürmte Tannenberg mit seinem wilden Trabanten, dem kl. Schöber; weiter r. der gr. und der kl. Eibenberg, zwischendurch der Mittelberg. SO.: Der Schindelhengst in nächster Nähe, l. an ihm vorüber rückwärts der gr. Buchberg bei Falkenau und l. hinter ihm die Jeschkenkoppe. S.: Der gr. Ahrenberg r. hinter dem Schindelhengst.
Wir folgen der Kaiserstraße nach l. und haben nach 5 Min. auf einer Waldlichtung l. der Straße das Forsthaus Kreuzbuche, zugleich »Gasthaus zur Kreuzbuche«, vor uns auf der Sattelhöhe (535 m) zwischen dem kl. und gr. Ahrenberge. Der Name der Örtlichkeit hängt mit dem Gefechte zusammen, welches am 19. Juli 1757 die Preußen auf ihrem Rückzuge gegen österreichische Truppen daselbst zu bestehen hatten. Die damals Gefallenen wurden an der alten Straße in der Nähe des jetzigen Forsthauses, das aber erst später gelegentlich der Anlage der heutigen Straße erbaut wurde, beerdigt; man brachte daselbst an einer Buche ein Bildnis des Gekreuzigten an und nannte die Lichtung im Walde mit den Soldatengräbern »bei der Kreuzbuche«; so heißt sie noch heute, wenn auch das Kreuz nicht mehr an einer Buche, sondern gegenüber dem Forsthause an der r. Seite der Straße, wo beschattete Bänke und Tische zum Ausruhen einladen, an einem Lärchenbaume hängt. Die Örtlichkeit ist aber nicht bloß kriegsgeschichtlich, sondern auch volksgeschichtlich von Interesse; hier zog sich gegen den Schöber und weiterhin in der Richtung des Kammweges zum Jeschken der uralte Markwald, die Grenzscheide zwischen den Wenden oder Sorben und den Tschechen, und heute noch gilt diese Richtungslinie als Grenze des sogenannten Niederlandes, des nördlichsten Böhmens. Die Einschicht »Kreuzbuche« gehört zu dem 30 Min. s. entfernten Dorfe Hillemühl (Bahnstation) im Kamnitzbachtale, wohin eine Waldstraße längs des Wiesenwassers von der Kaiserstraße kurz vor dem Forsthause l. abzweigt.
Auf halbem Wege dahin führt l. 50 Schritte seitab ein Weg zu dem vom Lokalklub Hillemühl des Nordb. Exkursions-Klubs erschlossenen Wasserfall mitten in prächtiger Waldung. Er wird vom Wiesenwasser gebildet, das unter der Kreuzbuche entspringt und auch Fallwasser heißt, weil es wenigstens zehnmal gezwungen ist, ganz beträchtliche Sprünge über hohe Felsen zu machen. Der Hauptfall ist ungefähr 10 m hoch und setzt sich unterhalb noch ebenso weit in Abstufungen fort; er verdient deshalb hohe Beachtung, weil er nicht bloß so ziemlich der einzige in dieser Gegend ist, sondern auch mit manchem vielgenannten in den deutschen Mittelgebirgen den Vergleich aushalten kann. – Der gr. Ahrenberg (Ahornberg), an dessen Westabhange der Wasserfall sich befindet, ist eine 705 m hohe, bewaldete Basaltkuppe, die man von der Kreuzbuche aus in 35 Min. besteigen kann. Wenn auch an absoluter Höhe dem Kaltenberge um 26 m nachstehend, ist der gr. Ahrenberg nach räumlicher Ausdehnung und nach seiner zentralen Lage als der König des Kreibitzer Berglandes anzusehen. Die Aussicht beschränkt sich nur auf N. und O., vom Rande des Steilabfalles aus, der den Berg in die Ferne hin wie abgehackt erscheinen läßt, ist aber immerhin lohnenswert. W.: Kaltenberg. NW.: Buchhübel; zwischen beiden die Kuppen der sächsischen Schweiz, ganz hinten der Borsberg bei Pillnitz (in der Einsenkung zwischen gr. und kl. Winterberg); l. vom Buchhübel der Tanzplanberg (Turm), r. der Irig. N.: Kreibitz hinter den beiden Himpelbergen, r. davon Kleinsemmering, weiter die Kirche von Schönborn und dahinter der betürmte Kottmar. NO.: Der gr. Eibenberg, dah. Schöber, Tannenberg, Ruine Tollenstein, Warnsdorfer Spitzberg; r. vom Tannenberge die Lausche hinter dem Friedrichsberge. O.: Hochwald (Turm) hinter dem Hackelsberge, r. davon die Jeschkenkoppe. SO.: Über Falkenau der Kleis, r. davon die beiden Bösige. Am n. Fuße des gr. Ahrenberges, in dem dort anstehenden Sandsteine, findet sich ein verbrochener Stollen, die sog. »Silbergrube«, in der man wahrscheinlich nach Eisenerzen gesucht hat.
Der Kammweg folgt, am Fuße des kl. Ahrenberges hin, während die dunklen Kuppen des Schindelhengst- und gr. Ahrenberges l. verschwinden, der nach B. Kamnitz weiter führenden Waldstraße noch 6 Min. und biegt dann r. ab auf einen steinigen Fahrweg, der zwischen hohem Mischwald zumeist eben verläuft. Durch das goldgrüne Laubdach der Buchen irren einzelne Sonnenstrahlen nieder auf den feuchten Boden und werden vom lichthungrigen Völkchen der mannigfaltigsten Kräuter begierig aufgesogen, die hier auf der Verwitterungserde des Basaltes mit besonderer Vorliebe gedeihen und die Gastfreundschaft mit einer Fülle kleiner Reize entgelten: Christophskraut (Actaea spicata L.), Bingelkraut (Mercurialis perennis L.), Zahnwurz (Dentaria bulbifera L. und Dentaria enneaphylla L.), weiße Pestwurz (Petasites albus Gärtn.), Süße Wolfsmilch (Euphorbia dulcis L.), Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum All.), Einblütiges Perlgras (Melica uniflora Retz.), Sauerklee (Oxalis acetosella L.) u. s. w., vor allem aber Freund Waldmeister (Asperula odorata L.).
Mittlerweile haben wir den südl. Fuß des Auberges (688 m) umgangen und werden seiner nach 13 Min., nach Überschreiten zweier Wasseradern, die dem Wiesenbache zufließen, r. ganz nahe über einer Wiese ansichtig. Noch 1 Min. und auch l. wird der Ausblick frei auf den schroff aufsteigenden Goldberg, l. an ihm vorüber auf die vor dem Forstberge sich weit hindehnende Stadt Steinschönau. Am Südabhange des Auberges zwischen Wiesen weiterschreitend, treten nach und nach l. von Steinschönau andere Kuppen ins Gesichtsfeld: vorn der schroffe Mittenberg bei Preschkau, dahinter der Steinschönauer Berg, noch weiter der Sonnebergrücken; dann l. vom Mittenberg vorn der Schäferberg, dahinter der Bildstein, an den sich nach l. der Blottendorfer Kamm, das Breitfeld und der gr. Buchberg anschließen; zwischen den letzteren beiden zeigt sich hinter den Häusern von Falkenau-Kittlitz die Spitze des Kleis; der gr. Ahrenberg schließt am weitesten l. das Bild ab.
Nach 5 Min. kommt r. am Auberge vorüber der Kaltenberg zum Vorschein, vor uns der Himmertschberg, zwischen beiden hinten der prächtige Rosenberg.
Hier zweigt l. ein Fahrweg in 10 Min. zum Goldberge (654 m) ab, dessen Besuch jedem klettergeübten Wanderer anzuraten ist. Der Gipfel wird von einem durch zwei Scharten unterbrochenen, ziemlich scharfen Grat gebildet; nach Süd fällt der durch eine starke Polarität sich auszeichnende Fels senkrecht zu mächtigen Schutthalden ab; die Westseite zeigt schöne Absonderungsrisse des basaltischen Gesteins; ein Bruch auf der uns zugekehrten Nordostseite zeigt vorzüglich abgesonderte, gleich stark in einer Länge von mindestens 20 m verlaufende Basaltsäulen. Der höchste Punkt ist besetzt mit einem Strauch der Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum L.); nach Südost verdecken Buchen die Aussicht; die anderen Richtungen gewähren höchst malerische Ausblicke.
Zwischen Wiesen, auf denen Wohlverleih (Arnica montana L.) in kräftigen Exemplaren wächst, eben weiter wandernd, sind wir nach 3 Min. beim ersten Hause von Hasel; unter uns zieht sich l. das Dorf, darüber zeigt sich l. vom Himmertschberge der Huttenberg, noch weiter l. der Lotterberg und hinter ihm die Doberner Höhe mit Parlosa. Am Auberg-Walde (r.) entlang, an den die Häuser grenzen, wenden wir uns l. auf die Dorfstraße, die wir in 3 Min. erreichen, unmittelbar bei Franz Büchse's Gasthause »zum Kaltenberg«, wo man ganz gut aufgehoben ist. Dorf Hasel, das sich eines sehr hohen Alters rühmen kann, zieht sich mit seinen 150 Häusern zu beiden Seiten des Haselbaches, der oberhalb des Dorfes am Kaltenberge entspringt, lang hingestreckt in steiler Talschlucht sö. abwärts von 550 m bis 400 m Seehöhe gegen das Kamnitztal und eignet sich vermöge seiner echt alpinen, zwischen Waldbergen geschützten Lage vorzüglich zum Sommeraufenthalte, wozu in 3 Gast- und 6 Privathäusern Wohnungen verfügbar sind zum Wochenpreise von 4 K aufwärts für eine Person. Es besteht hier eine Abteilung des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz nebst Studentenherberge, eine Zwirnfabrik, mehrere Bleichen, ferner ein schönes Schulhaus, zu dessen Bau der als eines Bauern Sohn in Hasel 1810 geborene und in B. Kamnitz am 28. Aug. 1889 verstorbene Fabriks- und Herrschaftsbesitzer Franz Preidl Edler v. Hassenbrunn 20000 K beitrug.