Wer hier die Kammwanderung unterbrechen und zur Bahnstation B. Kamnitz (1¼ Std.) will, der geht auf der Straße durchs Dorf hinab. In 20 Min. ist er wieder auf der Kaiserstraße, die l. von der Kreuzbuche herkommt und über Oberkreibitz nach B. Kamnitz abwärts führt.

Die Dittersbacher Felsenkette.
Postkarte.

Wir aber wandern vom genannten Gasthause ab, wo neben einer kleineren Linde, die das Kammzeichen trägt, eine prächtige Doppellinde steht, auf einem ziemlich steinigen Wege längs eines lebenden Zaunes niederwärts. Vor uns genau im Süden haben wir den Goldberg, knapp r. neben ihm den kahlen Kegel des Silberberges, r. von diesem den Kamnitzer Schloßberg, hinter welchem l. die Scheibenwarte bei Meistersdorf zuhöchst aufragt; r. vor dem Schloßberge ist der Noldenfelsen, dahinter der Sattelberg bei Henne und noch weiter der Freudenberg mit der Bockner Höhe.

Nach 4 Min. kommen wir am »Gasthaus zu Oberhasel« (r.) vorüber und nach weiteren 2 Min. beim letzten Hause von Oberhasel. Hier haben wir einen schönen Blick l. über das lang sich hinziehende Unterdorf am Silberberge vorüber auf den Kamnitzer Schloßberg, der sich hinten gegen den Forst und den Sonnebergrücken abhebt.

Wir wandern nun r. zwischen Feldern eben fort; der Waldrand des Kaltenberges bleibt zurück. Vor uns haben wir den wie abgehackt aussehenden Himmertschberg und links von ihm den Lotterberg, hinter uns den Mittenberg und Steinschönauer Berg vor dem Bildstein. Nach 4 Min. kommen wir zu einem Holzkreuz zwischen zwei Linden; gleich hinter demselben steht ein Pfahl mit dem Kammzeichen. Der Weg geht aber nicht geradeaus weiter, wie man vermuten könnte, sondern wendet sich l. auf zwei kleine, in dem freien Gelände gut sichtbare Lindenbäumchen zu, zwischen denen ein Pfahl mit einem Marienbilde und dem Kammzeichen steht. Gleich nachher folgt ein gepflasterter, aber beraster Weg und es öffnet sich ein Gründel, in das ein fast unbetretener Pfad hinabführt. Das Gründel ist von kräftigen Buchen gesäumt; schon am ersten Baume hängt das Kammzeichen. Wir halten uns zur Seite der Buchen. Hinter dem Gründel kreuzen sich mehrere Fahrwege. Wir halten uns rechts und geradeaus weiter aufwärts auf den Pfahl zu, der oben auf der Sattelhöhe zwischen Himmertschberg (l.) und Kaltenberg (r.) steht und das Kammzeichen trägt (10 Min.). Hier ist die Wasserscheide zwischen dem Kamnitz- und Kreibitzbache, bezw. zwischen einem Zuflusse des Hasler Baches und einem Bächlein, das n. durch das Limpacher Loch, an das sich, nebenbei bemerkt, viele Sagen vom Limbauer knüpfen, in den Kaltenbach fließt.

Wir wandern an der nördl. Lehne des 539 m hohen, basaltischen Himmertschberges weiter, unter Rückblicken auf den Fischberg, unter welchem Namen die beiden Kuppen des Gold- und Silberberges bei Hasel zusammengefaßt zu werden pflegen. Wo sich der Weg etwas mehr hebt, gewinnt man auch einen Ausblick l. am Kaltenberge vorüber auf die Dittersbacher Felsen. Uns zur Seite r. zieht sich ein tiefer und breiter, mit Laubhölzern bewachsener Grund, der alsbald hinter dem Zeichenpfahl beginnt, anfänglich durch Äcker von unserem Wege geschieden ist, später aber denselben innerhalb seines bebuschten Saumes aufnimmt. Nach 12 Min. wendet sich der Weg vom Grunde l. ab und etwas lehnan auf freies Ackerland.

Vor uns haben wir den doppelkuppigen Rolleberg, dessen linke, niedrigere Kuppe »Schenkenberg« heißt, während die höhere Kuppe (459 m), der sogenannte »Bilfertstein«, kahl und felsig ist und nur auf der Spitze ein einsames Bäumchen trägt; l. hinter ihm ist der kahle Ottenberg, zwischen beiden rückwärts der Tonelsberg bei Schemmel vor dem Rosenberge; l. vom Ottenberge der Huttenberg vor der Doberner Höhe. R. vom Bilfertstein Dorf Limpach, dahinter der schopfartig bebuschte Limpacher Berg, weiter die steilen Felsen von Hohenleipa und Herrnskretschen mit dem gr. Winterberge. R. von Limpach Dorf Kaltenbach, zwischen beiden rückwärts Rennersdorf vor den Dittersbacher Felsen, im Hintergrunde der Tanzplan bei Nixdorf. Beim Weiterschreiten zwischen Wiesen und Aeckern, an zwei allein stehenden Erlen vorbei, erscheint bei einer Wegbiegung gegen Limpach zu r. von den Dittersbacher Felsen der Böhmberg bei Niederkreibitz vor dem Zeidler Plissenberge, dann der Irig bei Daubitz vor der Wolfsbergspitze, endlich das Steingeschütt bei Teichstatt knapp jenseits der ausgedehnten Steinhalden des Kaltenberges, in der Richtung einer hoch oben gelegenen Einschicht von Limpach. Rückwärts kommt wiederum der Goldberg zum Vorschein neben der senkrecht abfallenden Basaltwand des Himmertschberges.

Nach 10 Min. ist man beim ersten, etwas abseits stehenden Gehöfte (r.) von Limpach, nach weiteren 2 Min., das Feuerwehrgerüst zur Rechten, auf der Kreibitz-Kamnitzer Bezirksstraße bei einem Wegkreuz neben dem Gasthause des Johann Scheiner. Hier biegen wir scharf l. auf die Straße ab, das Gasthaus mit noch zwei weiteren Häusern r. lassend. Der übrige Teil des nicht viel mehr als 30 Häuser zählenden, alten Bauerndorfes bleibt westlich der Straße zurück. Diese wurde vor etwa 40 Jahren gebaut; doch führte schon in alter Zeit eine wichtige Verkehrs- und Handelsstraße hier durch, die auch von Wallenstein im Herbste 1633, von General Browne nach der Schlacht bei Lobositz (1756) und wenigstens teilweise auch vom Prinzen v. Preußen nach der Schlacht bei Kolin (1757) benützt wurde.

Die mit Ebereschen – den steten Begleitern unserer Gebirgsstraßen – besäumte Straße steigt etwas an; l. haben wir noch eine Einschicht von Limpach, darüber hinaus einen herrlichen Anblick der beiden Hasler Fischberge zwischen Kalten- und Himmertschberg; r. sperrt der Bilfertstein den Fernblick. Nach 5 Min. tritt r. hoher Wald an die Straße heran, der nach 2 Min. bei einem hohen Holzkreuze oben auf dem Sattel (408 m) zwischen Ottenberg und Himmertschberg endet. L. an der Straße blüht reichlich wohlriechende Stendelwurz (Platanthera bifolia Reichb.) und langspornige Christushand (Gymnadenia conopea R. Br.). Hier ist die Wasserscheide zwischen dem Limpacher Bache und dem Kunnersdorfer Weißbache, bzw. dem Kreibitz- und Kamnitzbache.