Man wusch sie mit kölnischem Wasser, alle standen ratlos.

Herr v. B. blutete aus vielen Kratzwunden, aber er achtete nicht darauf. Herr v. B. blieb ein Ehrenmann. Er behob das Peinliche der Situation durch eine kurze Erklärung, bat den Direktor zu einer vertraulichen Aussprache auf den Korridor und stellte seine Dienste nach jeder Richtung hin zur Verfügung. Seine Hand zitterte, als er vor einem Spiegel die Blutrinnsel aus dem Gesicht entfernte. Er hatte einen greisenhaften Zug bekommen, er kam sich selbst wie ein zerhackter Häher vor. Es fehlte nicht viel, und er hätte ein ganz klein wenig gelächelt.

Er schrieb einen Brief: „Teuerste — — wenn Ich Ihnen irgendwie noch behilflich sein könnte — — — —“ aber der erreichte sie nicht mehr.

Ein paar Stunden später hatte sie sich aus dem Koffer des Direktors einiges Reisegeld genommen und war verschwunden.

V.

Es kam alles anders, wie sie gefürchtet hatte. Der Direktor schrieb einen versöhnlichen Brief, sie solle nur ruhig zurückkommen, sie würde es schon noch zu was bringen.

In den Tagen, da sie zu Haus war, frischte sie alte Bekanntschaften wieder auf. Sie erschrak vor ihrer inneren Unruhe und suchte sich zu betäuben. Man muß das Leben vernichten — — — erinnerte sie sich.

Ein Distriktsbeamter aus einer afrikanischen Kolonie bemühte sich um sie und wollte sie mitnehmen. Dies schien ihr der Rausch, den sie suchte. Nur nicht denken — — — — fühlte sie. Ihr Blick bekam etwas lauerndes, haßerfülltes, etwas vom Vampyr. Schwere Tage schlichen dahin, und tolle Nächte verbluteten in rasendem Taumel.

Eines Tages war der Afrikaner verschwunden.

Er traute nicht.